Gamescom 2016

Mitte August ist mal wieder Gamescom-Zeit gewesen und nach den letzten beiden Jahren wusste ich nicht, was ich von der diesjährigen Messe erwarten sollte, also machte ich keine großen Pläne, sondern ließ es einfach auf mich zukommen. Zeit zum Pläne machen hatte ich dieses Mal auch gar nicht, denn da ich im Moment in Wien lebe und arbeite, ging es auch erst in der Nacht von Montag auf Dienstag wieder zurück nach Köln, bzw. Bonn. Die Hinfahrt erfolgte mit FlixBus, der am Montag Abend um 23:30 vom Wiener Busbahnhof abfuhr. Zum Busbahnhof ging es zu Fuß, denn ich hatte in der Woche keine Dauerkarte mehr und war zum einen zu ehrlich, um schwarz zu fahren und zum anderen zu „geldbewusst“, um mir das Ticket für 2,30 Euro zu kaufen, insbesondere wo ich genug Zeit hatte. So machte ich mich gegen 21 Uhr auf den Weg und absolvierte die sieben Kilometer (laut Karten-App) in anderthalb Stunden, ehe ich eine Stunde am Busbahnhof verbrachte.

Mit relativ geringer Verspätung erreichte der Bus am Dienstag Mittag Leverkusen und es ging mit einem Umweg über die Uni, um das Semesterticket zu erneuern, nach Hause bis ich am Abend noch ein paar Leute traf, wo ich schon mal in der Heimat war und mich gegen 23 Uhr ins Bett legte…

Spiele und Stände

Innerhalb der fünf Tage habe ich mit Forza Horizon 3, Red Bull Air Race, F1 2016, dem Fernbus-Simulator, Dreadnought, Gwent: The Witcher Card Game und Just Dance 2017 einige mehr und weniger bekannte Spiele angespielt und mich mit VR-Fruit Ninja, Oculus Touch und ICAROS auch fleißig in der Virtual Reality-Ecke ausgetobt. Insbesondere ICAROS, bei dem man eine Galaxy VR aufgesetzt bekommt, sich in ein flugartiges Konstrukt liegt und dann lediglich mit seinem Gleichgewicht durch Ringe fliegen muss, konnte meine Begeisterung gewinnen und war neben F1 2016 das einzige, für was ich mich dieses Jahr auf der Messe zweimal angestellt hatte, einfach weil es unglaublich viel Spaß gemacht hat und ich das mir am liebsten gleich mitgenommen oder bestellt hätte – wäre es mit 7.500 Euro nicht so teuer… Die Entwickler hatten mir von einigen weiteren Modi erzählt, wie unter anderem einem Multiplayer, in dem man den/die Gegner abschießen muss und ich hoffe, dass es da demnächst noch mehr auch außerhalb von Messen gibt und die Idee für „Normalsterbliche“ verwendbar ist, denn der Demo-Parcour auf der Gamescom umfasste nur 12 Ringe, die man relativ schnell abgeflogen hatte.

Am Samstag durchstöberte ich noch die Indie-Ecke und entdeckte unter anderem Cubiverse. Bei diesem Tablet-Game ist man ein angehender Astronaut und muss zunächst einen Diamanten aufsammeln und dann damit den Weg zur Rakete finden. Das besondere an diesem von aktuell neun Studenten entwickelten Spiel ist, dass das Spielfeld ein Rubik’s Cube ist und man sich durch Drehen der Steine bewegen muss. Das Spiel soll laut den Entwicklern Anfang 2017 zunächst nur fürs iPad erscheinen.

Dank einer Menge Glück und ein bisschen Twitter-Recherche hatte ich am Freitag noch die Möglichkeit, etwas ganz besonderes auszuprobieren – die HoloLens. Die Augmented Reality-Brille von Microsoft war in der entertainment area leider nicht vorhanden – wofür ich Microsoft immer noch böse bin – doch ich hatte per Zufall von der HoloLight GmbH erfahren, einem kleinen Startup aus München/Tirol, welches sich auf die Entwicklung von Anwendungen für die HoloLens spezialisiert hat und mit einer Brille auch in der business area vertreten war, worüber ich unabsichtlich von @myotis_myotis aufmerksam gemacht wurde und die Chance auch ergriff, diese für ein paar Minuten auf dem Kopf tragen und verwenden zu können (hab leider nur vergessen ein Foto zu machen, als ich sie an hatte). An sich fand ich es sehr spannend, die Brille mal zu testen. Ich gebe zu, das alles ergab sich ziemlich spontan, ich war also wenig informiert. Sehr positiv überrascht war ich vom geringen Gewicht der gesamten Technik, insbesondere im Vergleich zu all den VR-Brillen fühlte man sie auf dem Kopf kaum, was sehr angenehm war. Die Bedienung erfolgte zum größten Teil über spezielle Gesten mit der Hand. Laut dem Betreuer des Standes wurden diese Gesten bei der Einrichtung der Brille erklärt, sie waren zum großen Teil einprägsam und nicht zu kompliziert. Wenn man viel damit arbeitet, muss das mit dem Rumgewische und -gehampel aber ausschauen wie bei (T)raumschiff Surprise, wo die Königin das Raumschiff im holographsichen Weltall die Crew der Surprise sucht. Da die HoloLens mit keinem WLAN verbunden war, konnte ich damit nicht allzu viel anstellen. Die holographische Tastatur war aber sehr einfach zu bedienen, während Apps doch ein wenig benötigten um zu starten.
Am Ende wollten die Standbetreiber gleich meinen Lebenslauf haben, nachdem ich ihnen ein wenig über mein Ich erzählt hatte… 😀

Insgesamt würde ich mich trotz meinem speziellen Spielgenre der Mehrheit anschließen, dass die Messe dieses Jahr nicht so interessant war wie 2015. Zum Teil waren die Stände sehr komisch angeordnet, wie der Amazon-Stand in Halle 8, der riesengroß aber vergleichsweise leer war, zum Teil waren die Spiele aber auch einfach nicht wirklich interessant und Platz nicht vernünftig genutzt (was ich aber jedes Jahr als Kritik ansehen würde).
Positiv erwähnen sollte man auf jeden Fall die Security und die Organisation, die gefühlt das, was sie in den letzten Jahren gelernt haben, dieses Mal auch wirklich umgesetzt haben. Ich hatte trotz der Anschläge in den letzten Monaten nie das Gefühl einer besonderen Gefahr (wobei man sich darüber streiten könnte, ob die Taschenkontrollen am Ende wirklich was gebracht haben, gestört haben sie mich persönlich weniger), aber auch die Wegeorganisation war zum Teil angenehmer als die letzten Jahre und gleiches habe ich auch von Ständen erzählt bekommen, bei denen große YouTuber Autogrammstunden hatten.

Das Drumherum

Das Drumherum der Gamescom begann wie auch die Messe selbst am Mittwoch Abend, als Marina in Köln erschien und wir versuchten, uns zu treffen – was zunächst aber daran scheiterte, dass wir auf der jeweils falschen Seite der Hohenzollernbrücke waren und uns nur über die Gleise zuwinken konnten. Anschließend ging es ins Hard Rock Café, wo sich die Dame endlich ein T-Shirt aus dem Kölner HRC kaufte und wir es essenstechnisch danach mit Nachos und Burgern ein klein wenig eskalieren ließen. Es schmeckte wie immer sehr lecker, jedoch habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen, weil wir vom Burger und den Pommes lediglich die Hälfte aufgegessen hatten.
Da die meisten anderen erst am Freitag anreisten, verbrachten wir auch den Donnerstag in speisenreicher Zweisamkeit, dieses Mal jedoch im Alpha am Friesenplatz und mit nur einer Mahlzeit, was unser Budget gleich doppelt schonte 😀

Auch am Freitag (wie übrigens auch am Samstag und Sonntag, um dem vorweg zu greifen) ging es ins Alpha, dieses Mal dann aber mit Theresa und Valérie sowie einigen anderen, dessen Namen ich mir da gerade nicht gemerkt hab sorry 😀 Außerdem traf ich an dem Abend dann endlich mal Michael und lernte über ihn Melina und Spatz kennen, was sich noch zu einer lustigen Geschichte entwickeln sollte.

Am Samstag verzichtete ich mal auf den Wecker und besuchte vor der Messe noch ein paar Leute spontan, ehe es zunächst auf die Messe und dann wieder in Richtung Alpha ging. Da die meisten anderen vom Tag erschöpft oder auf dem Trailerpark-Konzert waren, waren wir auch diesen Abend wieder zu zweit. Wie auch an den Abenden zuvor, hatten wir an diesem zwei Cocktails bestellt, doch zeigten diese deutlich mehr Wirkung was nicht mal am leeren Magen lag und unter anderem für eine zwischenzeitliche Übernahme meines Twitter-Accounts sorgte 😀 Am Ende bekamen wir noch ein Zurückwinken von Brammen entgegen, welcher im Gegensatz zum letzten Jahr noch mehr Stimmme vorzuweisen hatte wie ich so aufgeschnappt hatte.

Der Sonntag war was den Effekt der Cocktails anging ziemlich ähnlich, doch war Marina leider nicht mehr anwesend, dafür aber mit Alina, Lea, Theresa und Valérie eine ziemlich ansteckende Begleitung, was das Lachen anging. Nachdem es irgendwann anfing zu regnen und spät wurde, ich aber nicht mit der 18 nach Bonn fahren wollte, ging es nach Verabschiedung der anderen noch kurz rein ins Alpha, um Melina und Spatz auf Wiedersehen zu sagen. Aus diesem kurz wurde dann am Ende fast eine Stunde, die aber sehr lustig und ein wunderschöner und gemütlicher Abschluss der Gamescom 2016 geworden ist – obwohl wir zum Teil fast die ganze Stunde herumstanden… 🙂

You Might Also Like

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *