Mein Praktikum in London: Die achte Woche

Die Woche Nummer 8 begann eigentlich schon mit dem Ostersonntag, auch wenn ich den hier jetzt nicht extra erwähne. Nach der hoffentlich bestandenen Klausur am Dienstag habe ich die Woche hauptsächlich dafür genutzt, um Leute zu treffen und einiges an PitlaneOne weiterzuarbeiten. Da die Flüge zurück – weil es Ostern war – relativ teuer waren und ich es verplant hatte, Megabus oder Eurolines zu buchen, als sie im bezahlbaren Bereich waren, ging es von Ostersonntag, 23:15 aus wieder zurück nach London, allerdings mit FlixBus, die die Strecke nach London erst seit damals zwei Wochen bedienten und die über Paris führte.
Der Start der Fahrt war der Bonner Busbahnhof und nachdem der Bus nur noch auf mich gewartet hatte und ich wie immer drei Minuten vor Abfahrt da war, ging die lange Fahrt los – allerdings nicht weit: Vom Busbahnhof raus, links und zwei Ampeln weiter hatte es ein Autofahrer geschafft, einen Radfahrer anzufahren, sodass die Straße mit Krankenwagen und allem blockiert wurde und wir dort rund 20 Minuten warten mussten, bis es weiter gehen konnte. Das ganze (also das Warten auf die Räumung und Behandlung) wäre wohl nicht passiert, wäre ich früher am Busbahnhof gewesen, aber na ja…

Tag 49 – Bienvenue à Paris (Montag, 28.03.)

Auf dem Weg nach London fuhr FlixBus nicht direkt, sondern mit Umsteigen in Paris. Planmäßig sollte der Bus aus Bonn um 7:05 an der Haltestelle Porte Maillot ankommen, der Bus nach London um 9 Uhr abfahren. Die zwei Stunden dazwischen waren in erster Linie dafür gedacht, die potentielle Verspätung des ersten Busses zu kompensieren, doch ich hatte Pünktlichkeit einkalkuliert (wie leichtsinnig, sollte ich das doch am besten wissen) und mir für die Stunde und 55 Minuten eine kleine Sightseeing-Runde gebastelt, denn ich war vorher noch nie in Paris.
Nachdem wir nach Halt in Leverkusen (“Köln Nord” xD) und Brüssel (falls es noch andere Halte gab, hab ich sie verschlafen) sowie mindestens einem Mal, wo sich der Busfahrer kurz vor Paris verfahren hatte, an Porte Maillot ankamen, war es 7:45. Das schreckte mich vor nichts zurück, so suchte ich mir den Weg raus in die Stadt auf die Avenue de la Grande Armée und ging in Richtung Triumphbogen, den ich vergleichsweise gut in der Zeit kurz nach acht erreichte. Ich machte ein paar Fotos, stöhnte wegen dem ansetzenden Regen an und suchte die Straße aus dem Kreisverkehr heraus, die in Richtung Eiffelturm führte. Dabei tat ich parallel die ganze Zeit zwei Sachen, zum einen hielt ich Ausschau nach Bäckereien oder ähnlichem, wo ich mir was zum frühstücken kaufen konnte. Zum anderen blieb ich immer brav an roten Ampeln stehen, denn ich kam ja gerade aus Deutschland, wo ich mir das einfach so über rot laufen wieder abgewöhnt hatte und die Stadt war halbleer, ich noch nie in Paris oder wirklich in Frankreich, weshalb ich nicht wusste, ob das dort eher wie London (“Da ist ne rote Ampel, schön für sie. I’m sorry, dass ich sie ignoriere.”) oder wie Deutschland (“Oh, schaut mal, Kinder, eine rote Ampel! Was tut ihr da? Natürlich steeeehenbleiben!”) ist und ich wollte in einem fremden Land nicht einen negativen Eindruck hinterlassen, ich bin ja kein Ballermann-Tourist (keine Sorge, ich musste mir den Satz beim Schreiben auch ein paar Mal durchlesen xD).
Auf jeden Fall ging es irgendwann an einer Botschaft und einem Pret-A-Manger vorbei (wahrscheinlich hat es vorher noch nie jemand geschafft, diese beiden Sachen in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen), wobei der Bereich an der Botschaft halb abgesperrt war, da so ein Herr in ner kleinen Bude saß und ich nicht wusste, ob ich da jetzt dran vorbeigehen darf oder nicht und ich ihn mit Gestik danach fragte, was er wiederum mit Gestik bejahte. Nachdem es nahezu aufgehört hatte zu Regnen, ich zwei Kreuzungen passierte, spürte ich den Wind der Seine und sah zum ersten Mal in meinem Leben den Eiffelturm. Mir fällt dabei gerade auf, dass ich in den 77 Minuten in Paris näher am Eiffelturm war als in den sieben Wochen zuvor in London am Big Ben :D Ich machte als typischer Touri (sorry xD) ein paar Fotos und Selfies, wobei ich für letzteres die Glasscheibe einer Haltestelle nutzte, damit der Wind nicht so meine Frisur zerstörte, und ging ein wenig an der Seine auf der Avenue de New-York entlang bis zum Palais de Chaillot und der Avenue Albert ler de Monaco, von wo aus ich die direkte Straße zurück zum Porte Maillot nehmen wollte. Es war 8:40, als ich dem Eiffelturm den Rücken zukehrte und es mir irgendwie gut vorstellen konnte, mal für so ein kitschig romantisches Pärchen-Wochenende nach Paris zu fahren.
Fort an hatte ich noch rund 20 Minuten um in den Bus einzusteigen, aber ich musste ja noch zurück zum Busbahnhof. Diesen Rückweg habe ich dann in sehr schneller Geschwindigkeit zurückgelegt und, auch aufgrund der Tatsache, dass alles geschlossen hatte, aufs Frühstück verzichtet, bzw. verzichten müssen. Fix und fertig kam ich irgendwann an Porte Maillot an und die Uhr verriet mir – es war 9:02. Panisch drängte ich mich durch den kleinen Durchgang zum Busbahnhof, welcher eigentlich so gesehen keiner war, sondern ein simpler Parkplatz, auf dem die Busse diagonal in Reihe aufgestellt geparkt haben. Gefühlt war dieser Parkplatz auch im Besitz von FlixBus, denn davon standen rund ein Dutzend Busse herum und ich durfte anschließend das Heu im Nadelhaufen finden, wobei das Heu möglicherweise schon auf dem Weg nach London war. Letztendlich hatte ich mehr Glück als Verstand und fand den Bus, der nach London fahren sollte, wobei ich erst einmal den Busfahrer fragte, ob es denn auch der sei, weil London auf dem Bus auf Französisch stand. Nachdem mich der Fahrer darauf hingewiesen hatte, dass ich zu spät war, meine Frage bejahte, mein QR-Codeticket scannte und von mir den Perso/Reisepass sehen wollte, setzte ich mich in den doch ziemlich vollen Bus. Ich muss sagen, dafür dass FlixBus zu dem Zeitpunkt erst seit zwei Wochen nach London fuhr, war der Bus gut ausgelastet – wobei für zehn Euro von Paris nach London auch ein Schnäppchen ist, wenn man einen kleinen Wochenendausflug unternehmen will.

Der Busfahrer war ein Franzose, und zwar ein ziemlich klischeehafter, aber mir doch irgendwie sympathischer. Leider hatte der Bus keine richtigen Frühstückssnacks und einen Schokoriegel zum Frühstück empfand ich als komisch und nicht ausreichend, sodass ich darauf dann verzichtete und hoffte, bei der Überfahrt mit der Fähre auf der Fähre vielleicht irgendwo was zu Essen zu finden. Diese Hoffnung musste mir FlixBus auf Twitter jedoch auf dem Weg nach Calais aus dem Kopf schlagen, denn es ging durch den Eurotunnel und es gab keine Pause. Lediglich an der Passkontrolle gab es eine kleine Pause, weil alle aus dem Bus raus durch die Passkontrolle mussten und dann wieder in den Bus rein – und das ganze auf “britischer Seite”, also 300m weiter, noch einmal. Dort gab es zwar einen kleinen Snackautomat, aber das war es dann auch und auch der Zug hatte nur ein WC zu bieten.
Die gesamte Eurotunnel-Fahrt samt Warten, Passkontrollen und Warten dauerte rund anderthalb Stunden und man hatte im Tunnel selbst dieses Druckgefühl auf den Ohren, wie wenn man im Flugzeug sitzt und dieses gerade im Steigflug ist. Was ich an dieser Stelle machen muss, ist meinen virtuellen Hut vor dem Busfahrer zu ziehen, wie er in den Zug reingefahren ist, weil so ein Bus ja schwerer manövrierfähig ist und der Zug auf beiden Seiten gefühlt etwa 20cm breiter war als der Bus selbst – und der Bus musste ja von der Seite in den Zug rein.
Nachdem wir kurz hinter Folkestone einen Beifahrer aufsammelten, war nach gar nicht so langer Zeit auf dem Motorway die Londoner Skyline zu sehen und ich hatte die Hoffnung, bald etwas zu essen zu bekommen. Da hatte ich mich aber zu früh gefreut, denn kaum in London reingefahren, standen wir erst einmal im Stau und sehr schleppendem Verkehr, ehe wir, nachdem die Busfahrer von einem Fahrgast dazu ermutigt wurden, die Busspur nutzen, sofern verfügbar, gegen 15:15 – also nach insgesamt 17 Stunden und 15 Minuten – an der Victoria Coach Station ankamen. Damit war ich insgesamt 18 Stunden und 15 Minuten ohne Essen, wobei der Tag davor ja Ostersonntag war, an dem man sich ja doch reichlich ernährt hatte :D
Nach der Victoria Line-Fahrt, die ich wirklich schmerzlich vermisst hatte, suchte ich mir dann ein halbwegs vertrauenserweckendes Lokal, in dem ich Frühstück, Mittag- und Abendessen miteinander kombinierte. Anschließend ging es ohne Umwege nach Hause, wo ich ein paar Minuten mit den restlichen Mitbewohnern zusammensaß, mich irgendwann dann aber ins Bett legte und kurz vor zehn im Land der Träume verschwunden bin…

Den Tag abschließend kann ich sagen, dass es das Abenteuer wert war und ich so jetzt zumindest sagen kann, das ich schon mal in Paris war. Hätte ich weniger Laptop und Kabel im Gepäck oder eine größere Tasche, hätte ich mir definitiv was zu Essen mitgenommen, auch wenn dieser Tag eine perfekte Umstellung auf Londoner Verhältnisse (wo ich weniger esse als zu Hause) war.

Tag 50 – Back to work (Dienstag, 29.03.)

Nachdem ich früh schlafen gegangen bin, bin ich am Tag darauf auch früher aufgewacht und war erst einmal einkaufen, denn ich hatte nichts zum frühstücken. Das war dann gleich auch die Prämiere für den neuen MeinFernbus-Jutebeutel, den ich von dem netten Herren erhalten hatte, der mir mit fehlender Kreditkarte die Flüge nach Belfast gebucht hatte.
Insgesamt war ich um kurz nach zehn auf der Arbeit, was so gesehen viel später war, als ursprünglich mal geplant, denn eigentlich wollte ich ja erst am Montag Abend mit dem Megabus aufbrechen, womit ich am Dienstag gegen 7 bei Victoria gewesen wäre und mich von dort gleich auf die Arbeit gemacht hätte. Trotzdem war ich auch kurz nach zehn der erste im Büro und ich muss sagen, es war schön wieder zurück zu sein, wenn die Woche Pause auch gleichwohl ganz gut getan hatte.
Dadurch, dass beide Entwickler wie auch der Herr, der so ausschaut wie der Rechtsanwalt an diesem Tag nicht da waren, bestand die Bürobesatzung aus nur fünf Leuten und insgesamt waren wir in der Woche nie mehr als sechs, was man auch deutlich merkte, weil es nicht so eingeengt war und man den nötigen Platz hatte, um seinen Gedanken freien Lauf zu lassen (welch Metapher). Im Laufe der Woche, in der ich nicht da war, hatten der Chef und die Auftraggeber ein Meeting und einige Änderungen beschlossen, die ich am Dienstag dann in die App einbaute. Das Mittagessen war zum Wochenbeginn klassisch eine Portion Sweet Chili Chicken von Wasabi und nachdem ich mich wieder einiges mit meinem XPS 13 rumgeärgert hatte (ich glaube, das war das Problem, dass das Gerät direkt nachdem man es in den Standby versetzte, es aus jenem erwacht ist), verließ ich kurz nach 20 Uhr die Arbeit und war gegen 21 Uhr zu Hause, wo ich mit einem Mitbewohner England gegen die Niederlande geschaut hatte, nachdem England am Wochenende zuvor gegen Deutschland gewonnen hatte. Danach nutzte ich den sonst recht unspektakulären Tag dazu, um den Blogeintrag zur fünften Woche endlich fertig zu bekommen.

Tag 51 – Der Microsoft-Tag (Mittwoch, 30.03.)

Der Mittwoch begann damit, dass mir ein Nutzer der Kleine Anzeigen-App am Abend zuvor eine Mail geschrieben hatte mit dem Hinweis, dass es beim Suchen nicht möglich ist, eine Von-Bis-Spanne auszuwählen, wenn man zum Beispiel nach Wohnungen oder Häusern mit einer bestimmten Quadratmeterzahl sucht. Eigentlich ist Kleine Anzeigen im Moment ja im Wartemodus, bis ich Zeit für die Windows 10-Version finde, doch dieser kleine Sachen wollte ich dann doch auf die Schliche gehen und gesagt getan hatte ich den Fehler schnell identifizieren und beheben, bzw. die Funktion einbauen können, dass dann zwei Textfelder angezeigt werden und die Parameter bei der Suche entsprechend gehandhabt werden. Dabei habe ich mich – wie es bei knapp zwei Jahre altem Code üblich ist, erstmal darüber gewundert, dass das ganze so überhaupt funktioniert :D
Auf der Arbeit bin ich an dem Tag dann aber auch erst gegen elf Uhr gewesen, wo der Österreicher wieder da war und wir ein bisschen über die potentielle Zukunft im Unternehmen meinerseits und das Thema Bachelorarbeit gequatscht haben, ehe ich ein paar Stunden an der App weitergearbeitet und mir eine Pizza bei Domino’s geholt hatte: Denn der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Microsoft, da an diesem Tag die Build-Entwicklerkonferenz anfing. Es ist wohl kein großes Geheimnis, dass ich an dem Tag gerne dort drüben in San Francisco gewesen wäre und mich dementsprechend auch darüber aufgeregt habe, dass die vordere Hälfte der Halle mit Tischen und Medienleuten besetzt ist, die zum größten Teil (korrigiert mich wenn ich falsch liege) nicht einmal für den Eintritt zahlen mussten, was irgendwie schon ein Widerspruch in sich ist, wenn man bedenkt, dass ein Konferenzticket für Entwickler rund $2000 kostet.
Ansonsten war die Keynote sehr interessant und auch die Tage danach gab es einige positive Ankündigungen, insbesondere beim Dev Center. Glücklicherweise endete die Veranstaltung kurz vor 19 Uhr, sodass ich mich zeitig auf den Weg zum Stammtisch machen konnte. Das besondere heute war, dass in der Woche zuvor ja auf Sommerzeit umgestellt wurde und ich die Busfahrt bis nach Queensway zum ersten Mal bei Tageslicht unternahm und so noch einmal ein komplett anderes Bild von der Stadt bekommen konnte wie bisher.

Der Stammtisch selbst fand heute wieder in einer kleineren Runde statt, zudem nicht am üblichen Tisch sondern davon gesehen gegenüber, weil unser Stammtisch von zwei Osteuropäern besetzt war, die mit dem Alkohol ganz das Klischee erfüllend nicht allzu zimperlich umgingen. Gegen 21 Uhr machten sich heute ausnahmsweise mal früher alle auf den Weg nach Hause, mich eingeschlossen, denn ich war durch die Build-Keynote geladen mit Motivation zum Entwickeln, außerdem waren mir im Laufe des Tages endlich die Informationen zur Verfügung gestellt worden, mit denen ich der Wodel-App ein Update verpassen konnte, damit auch neue Nutzer die App verwenden konnten, was ich an diesem Abend dann auch erfolgreich implementierte…

Tag 52 – Geladen mit Motivation (Donnerstag, 31.03.)

Nach einer Runde Schlaf setzte ich den Donnerstag genauso geladen fort, wie ich den Mittwoch beendet hatte: Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, kurz mit dem Mitbewohner gequatscht hatte, der an dem Tag frei hatte, ging es auch schon auf zur Arbeit, wo ich um halb elf wieder als erster erschien. Den Morgen verwendete ich zunächst, um an Wodel weiterzuentwickeln, ehe ich mich der Arbeit widmete: In den letzten Tagen machte das Backend einige Fortschritte und die Endpunkte zum Registrieren und Einloggen waren zu diesem Zeitpunkt bereits fertig, sodass ich sie in App einbauen konnte. Bzw. musste, denn am Tag darauf gab es ein Meeting mit dem Auftraggeber und zur Demonstration sollte dieser Teil der App bereits funktionieren, was er am Abend dann auch tatsächlich tat. Dazu befasste ich mich zum ersten Mal unter iOS damit, Daten aus dem Interner zu laden und zu verarbeiten. Allerdings störten mich auch hier teilweise die Konzepte von iOS, das man überall mit Closures arbeiten muss es das await/async nicht gibt, was unter C# doch einiges einfacher macht.

Ein etwas planloses Mittagessen von Abokado (es gab Sashi! :D ) mit einer Kollegin später und der Fertigstellung des Logins hatte ich die spontane Idee, die Windows 10-Version meiner Formel 1-App in einer geschlossenen Beta zu veröffentlichen, da ich so das Feedback als Motivation aufnehmen könnte, um weiter daran zu arbeiten und sie irgendwann auch mal fertigzustellen. Also schrieb ich auf Windows United einen entsprechenden Blogeintrag, über den ich wagemutige interessierte Leute zur Beta einlud und schon bis zum Abend ein knappes Dutzend an E-Mails in meinem Postfach hatte. Da die App bis dahin aber noch lange nicht in einem Zustand war, als dass sie hätte veröffentlicht werden können, verbrachte ich den Donnerstag noch bis 21:30 im Büro und kümmerte mich zum einen um die Einstellungen, die Weiterentwickelung der Kalender-Integrierung und die About-/Hilfe-Seiten.
So spät das Büro verlassen wie noch nie war ich am Abend noch einkaufen und aktualisierte wieder mal meine Excel-Ausgabendatei mit den Ausgaben der letzten Tage.

Tag 53 – Bezahlt werden fürs Cola trinken (Freitag, 01.04.)

Der Freitag markierte wie auch sonst das Ende der Woche und ich ließ ihn am Morgen eher ruhig angehen, denn ich schaute auf E4 Rules of Engagement und New Girl und startete damit und Rührei zum Frühstück, nachdem ich vorher erst die Sachen, die ich vor der Deutschland-Woche gewaschen hatte, gebügelt hatte. So ging es dann trotzdem schon kurz vor 10 Uhr raus aus dem Haus auf die Arbeit, wo ich mich heute mit weiteren Backend-Requests befasste: Zum einen wird die App zu Beginn nur aus bestimmten Ländern verfügbar sein und diese Liste muss beim Registrierungsprozess erst geladen und verarbeitet werden, sodass der Nutzer dann sein Land wählen kann, was die App nach diesem Arbeitstag genauso konnte, wie das Aktualisieren des Geburtsdatums aus der Profilansicht heraus.
Nebenbei hatte ich fast die ganze Zeit irgendwas auf dem zweiten Bildschirm laufen, zum einen die freien Trainings aus Bahrain, zum anderen schaute ich irgendwann das Neo Magazin Royale, nachdem auf Twitter darüber berichtet wurde, dass es aufgrund des Schmähkritik-Gedichts aus der Mediathek gelöscht wurde. Da ich hier youtv.de nutze, hatte ich zumindest bis 24 Stunden nach Ausstrahlung Zeit, um die originale TV-Ausstrahlung zu sehen, was ich dann auch nutzte. Last but not least schaute ich in der Mittagspause das Staffelfinale von Der Lehrer.

Das Mittagessen war an dem Tag ein Subway-Sandwich, wo ich seit der ersten Woche nicht mehr gewesen bin und ich war mir beim Bestellen nicht ganz sicher, ob mich der Verkäufer auf den Arm nehmen wollte: Denn beim Bezahlen fragte er mich zweimal ganz explizit, ob ich noch mehr als das Sandwich wollen würde, was ich beide Male verneinte, wobei ich beim zweiten Mal dann doch aus Neugier nachfragte, warum er denn so speziell nachfragte. Es stellte sich heraus, dass das Sandwich als solches £3,69 koste, wenn ich allerdings noch ein Getränk dazu nehme, dann zahle ich nur £3,40, was ich bis heute nicht wirklich verstanden habe (ich glaube, das hatte auch nichts mit dem 1. April zu tun). Aber ich wäre auch der letzte, der sich über so etwas beklagen würde, daher nahm ich mir dann noch eine Fanta mit :D

Insgesamt bin ich am Freitag bis 20 Uhr im Büro geblieben und habe da und am weiteren Abend die PitlaneOne-Beta fertig gemacht und samt E-Mail an die Tester vorbereitet. Außerdem bereitete ich an dem Tag noch den Blogeintrag für das Wodel-Update vor, bis ich mich um eins dann schlafen legte…

Tag 54 – Ein ruhiger Tag (Samstag, 02.04.)

Das Wochenende war dann wieder eines ruhigerer Natur, deshalb ist der Samstag eigentlich auch schnell erzählt: Nach dem Frühstück gegen 11:30 (im Vergleich zum Samstag danach war das doch ziemlich früh) habe ich in erster Linie an PitlaneOne und Wodel weiterprogrammiert, diverse E-Mails abgearbeitet und beantwortet und dann weiterprogrammiert. Da zu Hause niemand war, hatte ich dafür zumindest meine Ruhe.

Falls man wirklich zwei in irgendwelcher Form interessante Sachen des Tages nennen müsste, dann habe ich zum einen überlegt, was ich am Sonntag machen könnte, bzw. insbesondere, ob ich nach dem Qualifying im Wohnzimmer denn das Rennen woanders als zu Hause schauen könnte, außerdem habe ich mir Tortellini mit Tomatensauce und Käse gemacht, die durch das Basilikum ihre ganz besondere Note bekommen haben, womit jetzt eigentlich tatsächlich der Samstag endet, weil ich nicht weiß, was ich noch zu schreiben soll :D

PS: Doch, eine Sache ist mir noch eingefallen: Irgendwann nach dem F1-Qualifying fuhr ein bimmelnder Eiswagen durch die Straße, was mich sehr überrascht hatte, weil ich so einen Wagen in Deutschland seit Jahren nicht mehr gesehen hatte.

Tag 55 – Formel 1 im Kino (Sonntag, 03.04.)

Am Sonntag bin ich um halb zehn wachgeworden, hab am Morgen kurz einen Mitbewohner getroffen, der seine Wäsche gebügelt hatte und schneller wieder aus dem Haus verschwand, als ich das Bad verlassen hatte. Anschließend wollte ich etwas mit einem Kumpel unternehmen, den ich vom Stammtisch kannte und mit dem ich damals das Rugby-Spiel geschaut hatte, da wir aber nichts wirkliches zum Unternehmen fanden und er auch noch lernen musste, entschied ich mich spontan dazu, nach Weybridge zu fahren und machte mich nach dem Frühstück gegen viertel vor eins dann auf den Weg.
In Weybridge gibt es die Mercedes-Benz World, eine Mischung aus Museum, Ausstellungs- und Verkaufsraum und Driving Experience. Die Stadt selbst liegt im Südwesten und etwa eine knappe Stunde entfernt von London und der Weg dahin führte zunächst mit der Victoria Line nach Vauxhall (so heißt Opel hier übrigens) und von dort dann mit den South West Trains bis eben nach Weybridge. Glücklicherweise hatte ich superschönes Wetter erwischt und machte mich auf zum Bahnhof Vauxhall, wo ich ein bisschen mit dem Ticketautomaten kämpfen musste, bis er mir für £12,20 die Hin- und Rückfahrkarte ausspuckte. Damit kostete eine Fahrtrichtung rund £6, dauerte aber ähnlich lange wie die dreimal so teure Fahrt mit dem Stansted Express.
Nachdem der richtige Zug irgendwann gefunden war, ging es eine Dreiviertelstunde bis zum Bahnhof von Weybridge, aus dem es zwei Ausgänge gab, von denen ich nun nicht so ganz wusste, welcher auf die Straße hinausführt. Letztendlich wählte ich den, der auf die andere Seite der Gleise führte und durch das Bahnhofsgebäude, dabei musste ich dann die Straße hoch und an der Straße entlang über die Gleise, bis ich vor dem zweiten Ausgang stand. Anschließend führte der Weg durch ein kleines zugewachsenes Stück entlang an einer kleineren Wohnsiedlung und dann (erneut auf der anderen Seite der Gleise) einen Waldweg entlang, bis es über einen Fluss, unter den Gleisen entlang des Flusses wieder auf die andere Schienenseite ging, wo tatsächlich Zivilisation vorzufinden war.

Die Mercedes-Benz World war irgendwo mitten im Nirgendwo, dafür hatten sich dahin aber ordentlich viele Leute hin verlaufen. Die Dame am Empfang gab mir einen kleinen Plan mit und erklärte mir, dass mein Hauptziel, das F1-Cinema ganz oben sei. Ich bin um kurz vor 15 Uhr angekommen und auf meine Frage hin, wie viele Leute da zu erwarten wären, meinte sie, dass das unterschiedlich sei, man sich aber zeitlich hinbewegen solle, insbesondere wo das Rennen in einer knappen halben Stunde beginnen würde. Damit hatte sie mich ziemlich verunsichert, denn das Rennen sollte erst um 16 Uhr beginnen.
In dem Gebäude selbst gab es einige Stockwerke, in denen Autos samt technischen Daten und Preisen ausgestellt waren, teilweise konnte man in die Autos einsteigen, teilweise waren sie abgeschlossen, was einige nicht daran hinderte, sie aufmachen zu wollen und bei einem Cabrio soweit führte, dass ein Pärchen die Alarmanlage auslöste – immerhin konnte ich dann ein Foto von dem Auto mit eingeschaltetem Licht machen :D
Gelegentlich fanden sich auch Autos wieder, die das Lenkrad auf der … Moment … linken Seite hatten, neben Mercedes-Modellen gab es auch einige Smart-Fahrzeuge sowie einige ältere Fahrzeuge, die man nicht berühren sollte. Wie es sich gehört, standen da auch fünf Formel 1-Fahrzeuge, unter anderem aus der Zeit, wo Michael Schumacher für das Team gefahren ist. Ganz oben gab es einige F1-Fahrsimulatoren, die grafiktechnisch aber nicht wirklich überzeugen konnten, als Sieger konnte man sich dann auf einem Podium mit Nico Rosberg und Lewis Hamilton feiern lassen.
Zudem lud ein überteuertes Café zum Essen ein und ein überteuerter Fanshop zum Geld ausgeben: Es gab zum Beispiel einen edlen Mercedes-Benz Kugelschreiber für £25 oder einen 8 GB-Mercedes-Benz AMG F1 Team-USB-Stick für £10, der nicht mal schön oder handlich war. Da sind die £99 für ein 1:43-Replika des Autos, mit dem Michael Schumacher zum letzten Mal auf dem Podium stand, schon fast geschenkt.

Man konnte von innen auch auf das Driving Experience-Feld schauen, was jetzt aber nicht so spektakulär war, weshalb ich mich irgendwann dann in das besagte F1-Cinema begab. Dabei handelte es sich um ein kleines Kino für geschätzt rund 80-100 Leute, in dem auf einer Leinwand das Formel 1-Rennen, bzw. genauer gesagt die Sky Sports F1-Übertragung gezeigt wurde. Diese Location, parallel unterstützt von meiner App, die ich dank des offenen WLANs nutzen konnte, war der interessanteste Ort, an dem ich bisher ein Formel 1-Rennen geschaut habe, auch wenn Sebastian Vettel nicht weit kam und Mercedes wieder zwei Plätze auf dem Podium belegte.
Es war auch ziemlich interessant die Zuschauer zu beobachten, die alle älter waren als ich und von denen nur rund die Hälfte wirklich bis zum Ende des Rennens blieb, wo wir nach der Hymne, aber vor den Interviews herausgebeten wurden, denn es war schon 18 Uhr und das war die Zeit, in der die Mercedes-Benz World schloss.

Somit ging es den gleichen Weg zum Bahnhof wieder zurück, wobei ich auf dem Rückweg noch an einem Gebäude anhielt: Denn gegenüber von der Mercedes-Benz World auf der anderen Seite des Flusses gab es ein Museum, in dem unter anderem eine Concorde stand. Leider hatte das Museum zu dem Zeitpunkt schon zu, aber ich behielt mir die Location im Hinterkopf für einen möglichen erneuten Ausflug am Russland GP-Wochenende.
Der Zug fuhr von Weybridge alle 12 Minuten, wobei meiner offensichtlich eine Minute Verspätung hatte (oh je!). Im Zug selbst setzte sich irgendwann ein junges Mädel mit (aus meiner Perspektive) asiatisch angehauchten Wimpern und ihrer Mutter gegenüber von mir und sie verbrachten die meiste Zeit der Fahrt damit, über irgendwelche Konsolenspiele zu reden. Erst unterwegs stellte ich dann fest, dass der Zug nicht bei Vauxhall hielt (genau genommen genau dann, als wir durch den Bahnhof durchfuhren), sondern an der Waterloo Station. Von dort aus wollte ich eigentlich eine kleine Sightseeing-Runde an der Southbank starten (bzw. das Mädel gegenüber mir fragen, ob sie bei einem vernünftigen Weg planerisch etwas behilflich sein konnte, wozu ich mich aber nicht traute), doch als ich die Waterloo Station verließ, fing es richtig an zu regnen, sodass ich auf der Stelle Kehrt machte und mit der Northern und Victoria Line nach Hause fuhr. Auf dem Rückweg kam ich noch bei Tesco vorbei und kaufte mir dort eine Pizza, die es dann zum Abend gab – und selbstverständlich gibt es davon zum Abschluss jetzt auch ein Foto :D

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