Mein Praktikum in London: Die erste Woche

Seit vergangenem Sonntag bin ich far far away from home, denn zum Fast-Abschluss meines Studiums steht ein Praktikum an, in dem ich die theoretisch erlernten Sachen (theoretisch ist hier doppeldeutig 😉 ) im praktischen Arbeitsumfeld anwenden kann. Zum einen finde ich es klasse, dass dies Teil des Studiums ist, zum anderen wollte ich die Chance nutzen, um neue Gegenden zu entdecken und auch das ziemlich bequeme „Hotel Mama“ zu verlassen. Mein Traumziel für so ein Praktikum wäre natürlich die USA gewesen, doch leider konnte ich dort nicht wirklich was finden, vielleicht habe ich auch zu spät angefangen zu suchen (falls wer Connections zu Unternehmen aus dem Bereich Web- oder App-Entwicklung hat, gerne her damit 🙂 ). Plan B war schon die ganze Zeit Wien gewesen, was nicht nur des Almdudlers wegen toll gewesen wäre, sondern auch, weil ich bekanntlich Dialekte aus dem Alpenraum – ja nennen wir es vergöttere.
In fast letzter Minute, einen Tag bevor ich die Papiere aus Wien zum Unterzeichnen bekam, ergab sich aber eine andere Möglichkeit – London. Aus einem Unternehmen, welches ich gefunden hatte, weil sie einen Sitz in San Francisco hatten. Nach einigem Überlegen und einem verregneten Telefonat mit @monte_carla sagte mir die britische Insel aufgrund des Lernfaktors doch mehr zu und ich entschied mich dafür.

In erster Linie für mein Zukunfts-Ich in x (x > 5) Jahren, aber auch für die Interessierten unter euch, will ich die drei Monate Praktikum hier in einem kleinen Tagebuch festhalten. Dieses wird es voraussichtlich wöchentlich geben, da ich nicht den „Druck“ haben will, jeden Tag etwas schreiben zu müssen und es irgendwann auch zu einzelnen Tagen nicht so viel zu schreiben geben wird. Gleichzeitig bedeutet das natürlich auch eine extreme Überlänge des allererste Beitrags, also holt euch ne Tasse Tee und lehnt euch zurück… 🙂

Tag -1 – Packen (bis Samstag, 30.01.)

Tagebücher und Aufzeichnungen starten ja für gewöhnlich mit dem ersten Tag, doch ich möchte die negativen natürlichen Zahlen nicht diskriminieren, also geht es mit Tag -1 los 😀 Das sind eigentlich die gesamten zwei Wochen vor dem Abflug am Sonntag (31.01.). Neben vier Klausuren in der letzten Woche bestand dieser Zeitraum aus: Zeugs organisieren. Dazu gehörte unter anderem eine Unterkunft. Dazu durchforstete ich lange Zeit SpareRoom, Gumtree (das britische eBay Kleinanzeigen) und uk.easyroommate.com, die drei Seiten, wo das meiste zu finden war. Im Internet laß ich viel darüber, dass man nie – und schon gar nicht in London! – etwas mieten oder zusagen soll, ohne es vor Ort besichtigt zu haben. Nun, ich habe es getan und ich lebe, ganz gut sogar. Letztendlich über SpareRoom habe ich eine kleine 3er-WG finden können, in der noch ein kleines Zimmer frei war. Klein trifft es eigentlich echt gut, selbst mein „kleines Zimmer“ zu Hause ist locker dreimal so groß… Aber es hat ein Bett, einen kleinen Schrank, Kleiderhaken und einen Nachttisch. Aufgrund der Tatsache, dass im Zimmer nebenan der WLAN-Router ist, gewinnt dieses selbst gegen mein Zimmer zuhause, wo ich im Bett kaum erträglichen WLAN-Empfang habe…
Der Rest der Wohnung ist ebenfalls klein und bescheiden, aber vollkommen ausreichend. Etwas Bedenken hatte ich zu Beginn, weil die anderen Bewohner allesamt zehn+ Jahre älter sind wie ich, doch bisher hatte das nichts negatives. Die Besichtigung erfolgte via Skype und „investigative Recherchen“ zu der Vermieterin, die zu den dreien gehört, ließen nichts aufkommen, was nicht gepasst oder mir zu denken gegeben hätte. Der Preis ist mit 550 Pfund natürlich happig, aber viel anderes in dem Preisbereich, was auf die Entfernung hin vertrauenswürdig schien, gab es nicht – und wenn doch hätte man aus Zone 6 oder so nach London reinpendeln müssen.

Neben der Wohnung war auch eine Oyster Card zu organisieren. Da ich mich vor Ort nicht darum kümmern wollte, zumindest nicht bei Ankunft, ich hatte ja andere Sorgen, bestellte ich mir eine Visitor Oyster Card. Lässt sich zwar nicht personalisieren (sprich bei Verlust kein Ersatz) und Wochen- und Monatskarten lassen sich damit auch nicht verwenden, aber nachgerechnet wäre ich mit den Wochen- und Monatskarten auch nicht günstiger gewesen wie „normal“. Was außerdem noch nötig war, war der Flug und ein Steckdosenadapter sowie ein paar bürokratische Dinge mit der Bank…

Am Freitag Abend war ich nach den Klausuren bekanntlich auf dem Konzert von Frank Turner, auch der Samstag war fast vollständig verplant, sodass mir da rund zwei Stunden blieben, um alles zum Packen zusammenzusammeln, was zum größten Teil auch echt erstaunlich gut funktioniert hat.

Tag 0 – Der Flug (Sonntag, 31.01.)

Am Sonntag Vormittag ging es dann zum finalen Befüllen des Koffers, zusammenkramen der restlichen Sachen, dem letzten Mittagessen zu Hause und der Fahrt zum Flughafen. Wir sind mit dem Auto meiner Eltern gefahren und es war toll, endlich mal wieder über 100 km/h fahren und das Auto wirklich beschleunigen zu können, ohne dafür ein Gefälle auf der Autobahn zu brauchen 😀 Der Flug ging um 14:40 und nachdem ich meinen knapp 21kg schweren Koffer an der Gepäckabgabe gelassen hatte (der Herr am Schalter hatte mir das Ticket gegeben und dann verwundert gewartet und mich erwartungsvoll angeschaut, was ich mit einem ebenso erwartungsvollen Blick konterte, da er mir noch meinen Ausweis zurückgeben musste), ging es zum Gate. Bisher bin ich in meinem Leben nur nach Polen, Österreich und Italien geflogen, was alles im EU-Raum war und wo nie eine ernsthafte Passkontrolle nötig war. Anders hier, denn auf dem Weg vom Sicherheitsschalter zum Gate musste ich gleich durch zwei Kontrollen durch. Komplett verwirrt hatte mich die zweite Dame, die nach der Boarding-Karte und dem Boarding-Pass gefragt hatte – erst beim dritten Mal hatte ich verstanden, dass sie den Personalausweis/Reisepass meinte…

Wir starteten in Köln/Bonn etwas verspätet und der Pilot kündigte für London sechs Grad und leichten Regen an – apropos Ankündigung: Wir sind im Jahr 2016, warum hören sich die Durchsagen in Flugzeugen eigentlich immer noch so an, als hätte die gesamte Besatzung eine verstopfte Nase? 😀 Wie dem auch sei, hatte ich durch die vier Klausuren (ja, ich wiederhole das, um Mitleid zu bekommen – als armer Student und so ^^) in der Woche vor Sonntag nicht wirklich Zeit, um mir Gedanken darüber zu machen, dass ich bald fliege. Doch diese Gedanken kamen nach dem Start und Durchqueren der ersten Wolkenschicht aus dem Dunkelsten meines Kopfs her und ließen mich langsam realisieren, dass ich in einer Stunde für (mit Pause) drei Monate in einem komplett anderen Land bin.

Ansonsten verging der Flug relativ unspektakulär – ich hatte überlegt, in der Zeit was zu programmieren, entschied mich am Ende aber einfach dazu, mich weiter in die Musik von Frank Turner reinzuhören – und dauerte am Ende glaube ich genauso lang, wie im Dezember 2014 nach Wien – gefühlt kreisten wir ziemlich lange um London, bevor wir in Heathrow landen konnten, was der Pilot aber schon in Köln angekündigt hatte. Beim Landeanflug hatte ich gleich zweimal richtig Gänsehaut, wo dieses eben angedeutete realisieren fortschritt: Zum einen, als man durch das Fenster zum ersten Mal britisches Land sehen konnte und zum anderen, als wir in einer Kurvenlage über die Innenstadt auf Heathrow zuflogen. Dieses schräge Einfliegen in die Stadt hinein (leider habe ich kein Foto gemacht), wo man von oben sehr deutlich die Tower Bridge und das London Eye erkannte, sorgte dafür, dass ich da wirklich ein bisschen mit den Tränen kämpfen musste – einfach weil es überwältigend war und jedes Mal wieder ist, wenn ich diesen Ausblick vor Augen habe.

Nach dem „Andocken“ und einem elend langen Weg durch das Gebäude ging es zur Grenze. Auch hier wurden die Pässe kontrolliert, wobei die Beamten sich den Pass nahmen, ihn sich vor das Gesicht hielten und dann skeptisch mit der Visage vor ihnen verglichen – das sah irgendwie schon komisch aus… In der Warteschlange vor der Kontrolle traf ich „gegenüber“ (das war so eine kurvige Schlange) gleich zweimal auf ein Mädel, welches Amy aus Doctor Who verdammt ähnlich aussah und die mir schon in Köln aufgefallen war – irgendwann kriege ich das mit Ansprechen auch noch hin 😉
Die Passkontrolle überlebt war ich tatsächlich in Großbritannien und es wäre nun an der Zeit, meinen Koffer zu holen, doch ich musste erst andere menschliche Bedürfnisse erledigen, solange ich den Koffer noch nicht um mich herum hatte. Nachdem ich das getan hatte, stand der Koffer zusammen mit drei anderen neben dem Band. Scheinbar hatten alle anderen ihre Koffer schon abgeholt, was mich eigentlich wunderte, weil ich nicht soooo lange gebraucht hatte.
Mit Koffer und Handgepäck ging es nun den Schildern folgend Richtung Underground. Die Vermieterin hatte mir erklärt, wie ich am besten nach „Hause“ komme und das habe ich zum größten Teil auch umgesetzt – von Heathrow mit der Piccadilly Line bis Green Park, dort in die Victoria Line und bis Blackhorse Road, sprich einmal quer durch London. Ein bisschen Angst hatte ich, dass es eventuell keine Rolltreppen oder Aufzüge geben könnte irgendwo, doch sind die Schienen so tief unter der Stadt, dass das gar nicht möglich wäre.

Der erste Teil der Fahrt verlief zum größten Teil oberirdisch und in der Underground sitzend konnte ich mir das Grinsen nicht verkneifen 😀 (nächste Stufe des Realisierens, vermute ich). Das ging immer so weiter, bis ich an der Blackhorse Road Station ausstieg. Nach dem „Auschecken“ mit der Oyster Card und einer kurzen Orientierungsphase ging es in Richtung „Heim“. Die Vermieterin hatte mir empfohlen, von dort den Bus zu nehmen, doch auf der Karte schien mir das kein langer Weg zu sein und da ich etwas auf mein Budget achte, entschied ich mich für den Fußweg. Dieser dauerte auch nur 10-15 Minuten, sodass ich wusste, dass ich diesen problemlos morgens zur Arbeit nehmen kann, sofern es nicht regnet.

Die Suche nach dem Haus gestaltete sich dann aber schwieriger als geplant: Denn ich hatte mir auf dem Lumia 950 zwar in den Favoriten der Karten-Anwendung Arbeit und Heim gespeichert, doch beide Markierungen waren irgendwie weg. Deshalb musste ich erstmal anrufen, um denn die Hausnummer in Erfahrung zu bringen. Das getan wurde ich freundlich von der Vermieterin und den Mitbewohnern empfangen, es ging eine Treppe hoch in mein neues kleines Reich, nachfolgend auf dem Foto noch mit gepacktem Koffer (Schrank und Kleiderhaken sind rechts außerhalb des Bilds) :

Nach einem kleinen Rundgang durch das Haus und nachdem ich mich etwas eingerichtet und ausgepackt hatte, gab es Essen, denn offensichtlich gibt es in England sonntags zum Abendessen immer ein warmes Dinner mit Fleisch, in diesem Falle Hühnchen und Kartoffelauflauf, dazu Brokkoli (was einer der Mitbewohner nicht aß und seins auf die anderen Teller verteilte) und Pastinaken, die – äh – wirklich sehr interessant schmeckten und mich ein bisschen an das Schauen des Dschungelcamps von Samstag erinnerten, aber irgendwie schmeckten sie doch idk 😀
Irgendwann gegen 22 Uhr ging es dann Richtung Bett. Am Montag sollte ich gegen 11 im Büro sein und Google Maps sagte insgesamt etwa eine Stunde Weg voraus, ich musste aber noch Geld wechseln, also stellte ich mir einen Wecker für 9 Uhr – aufgrund der fehlenden Jalousien wusste ich, dass ich eh nicht so lange schlafen würde. Den Wecker musste ich allerdings am Handy stellen, denn mein „echter“ Wecker stellte sich immer wieder zurück auf deutsche Zeit – das ist übrigens das erste Mal, dass ich die Zeitzone gewechselt habe…

Tag 1 – Weitere Schritte ins erwachsene Leben (Montag, 01.02.)

Kaum in der komplett neuen Umgebung angekommen, ging es nach einer Nacht auch schon zum ersten Praktikumstag. Das praktische bei den Mitbewohnern ist, dass diese viel früher raus müssen wie ich und ich so meine heiß geliebte Morgenruhe habe 😀 Konkret liegt meine Arbeitszeit offiziell zwischen 10:30 und 18:30, wobei das so genau niemand kontrolliert und es eher darum geht, dass, was ansteht auch wirklich zu erledigen.
Da ich bis zu dem Punkt noch keine Zeit hatte, mich mit britischem Geld und Essen zu versorgen, hatte ich mir notgedrungen ein paar Cornflakes, etwas Milch und einen Teebeutel stibitzt. War zwar etwas spartanisch, aber total in Ordnung.

Nach dem Abwasch und zusammenpacken ging es auch gleich los und drei Schritte aus dem Haus kam wieder dieses Grinsen zurück in mein Gesicht, nämlich als ich London bei Tageslicht erblicken konnte. Denn ich stand mitten in so einer Straße total vieler, kleiner, gleich aussehender Häuser. Das sah an sich zwar total langweilig aus – ich bin überhaupt kein Fan von Reihenhäusern, die alle identisch aussehen – doch das hatte was.

Der Hinweg zur Arbeit war die zweite Hälfte der Strecke, die ich am Tag zuvor vom Flughafen aus gefahren bin, verlaufen war hier also schwer. Bei Warren Street angekommen hatte ich mir im Voraus eine Wechselstube rausgesucht, denn ich hatte ja immer noch kein britisches Geld…

Das erledigt kam ich um 10:45 etwa bei der Arbeit an (am ersten Tag sollte ich erst um 11 erscheinen) und wurde auch gleich am Empfang von jemandem mitgenommen, dessen Rolle in dem Unternehmen ich noch nicht ganz einschätzen kann. Nach einem kurzen Hallo wurde mir WLAN-Zugang gewährt (ich liebe IT-Unternehmen ja, die setzen korrekte Prioritäten xD) und der Herr/Chef, mit dem ich geskypt hatte, kam im Büro an und führte mich ein bisschen durch die Räume, außerdem erklärte er mir die Funktionsweise der App, an der ich basteln werde.

Das Büro ist Teil eines Media Village genannten Gebäudes, wobei es sich letztendlich nur um einen kleinen Raum im Untergeschoss handelt. Auf dem Weg zu dem Raum passiert man eine Art Meetup-Lounge, in der sich Leute zum Projekte besprechen, Skypen oder einfach auch Pause machen treffen. Verziert, falls man das so sagen darf, wird der Durchgangsraum von vielen bunten Stühlen. Für alle dort umherirrenden gibt es eine Kaffeemaschine, einen Wasserspender, einen Kühlschrank und eine Mikrowelle. Es gibt auch einen Automaten mit Kaltgetränken, wie Cola etc., doch die sind leider im Gegensatz zum Rest nicht kostenlos.

Das Büro selbst besteht aus zwei beidseitig bestuhlten Tischreihen, wo auf der einen Seite die drei Designer und auf der anderen Seite die drei Entwickler (mich eingeschlossen) sitzen. Am zweiten Tisch sitzen nur zwei Leute, wozu der Chef gehört und eine Person, dessen Rolle ich noch nicht ganz identifizieren konnte 😀 Optisch erinnert er auf jeden Fall an den Rechtsanwalt Christian Solmecke, wie er wohl in jüngeren Jahren ausgesehen hat.
In den ganzen unteren Trakt gelangt man über eine verschlossene Tür. Die, die schon länger dabei sind, haben eine Karte zum Öffnen, meine Wenigkeit darf sich jeden Morgen bei der Rezeption in ein Büchlein eintragen. Die Damen an der Rezeption kennen mich langsam aber schon 😀 (Bilder reiche ich eventuell noch nach).

Vergleichsweise war der Montag dann aber auch unspektakulär, da es noch keinen PC gab, an dem ich was produktives tun konnte. Allzu schlimm war das nicht, da ich einem der beiden Entwickler über die Schulter schauen und einiges in Sachen Swift-Programmierung lernen, bzw. auffrischen konnte. In seiner kleinen Mittagspause durfte ich dann auch selbst mal ran – endlich. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schlimm das ist, zwischen zwei Leuten zu sitzen, die den ganzen Tag das tun, was du aus „Leidenschaft und Hingabe“ als Hobby machst und du selbst darfst nichts anderes machen, als dem zuzuschauen.

Der ganze Spaß endete gegen halb sieben, der Herr mit dem ich die ganze Zeit dagesessen hatte, kam aus Österreich, sodass er mich nach der Arbeit auf Deutsch ansprach – selbstverständlich mit Dialekt. Wer mich kennt, weiß, dass ich Dialekte aus dem Alpenraum liebe (siehe oben ^^), aber wenn du den ganzen Tag darauf konzentriert bist, das Englische zu verstehen, dann hört sich Deutsch mit Dialekt an wie eine weltfremde Sprache – insbesondere, wenn es plötzlich und unerwartet kommt.
Da ich mich danach nicht sonderlich auf Experimente einlassen wollte, hatte ich während der „Beobachtungsphase“ auf der Arbeit die Existenz eines Subways auf gleicher Straße festgestellt, dies wurde dann mein Mittag-/Abendessen. Der Herr hinter der Theke merkte irgendwann meine Überforderung beim Bestellen (die ich aber bei Subway allgemein hab) und fragte mich, ob ich denn neu sei, bzw. woher ich kam. Auf meine Antwort hin erwiderte er, dass er gerne mal nach Deutschland zu einem Rammstein-Konzert wolle, wobei ich den Bandnamen aufgrund der Aussprache auch erst beim dritten Mal verstanden hab.

Auf dem Heimweg ging es noch in einen Supermarkt, wo ich mich ein bisschen für das Frühstück eindeckte:

Tag 2 – Richtiges Arbeiten (Dienstag, 02.02.)

Nach einem ruhigen Start in der Tag und dem langsamen zurechtfinden in der fremden Küche ging es wieder in Richtung Underground und zur Arbeit. Dort war ich gegen 10:30 da – und das auch als erster. Ich hatte noch ein paar Minuten zu überbrücken, bis jemand kam, der auch einen Schlüssel hatte. Danach konnte es auch schon losgehen…
Das Projekt, an dem ich arbeite, ist eine App ähnlich wie Dropbox, falls man das so beschreiben kann, um nicht zu viel zu verraten. Meine Aufgabe besteht im Moment darin, die App-Oberfläche zu erstellen und mit Funktionalität auszustatten, wobei der Server-Part noch nicht vorhanden ist und bisher mit „Dummy“-Objekten versehen wird. Da bin ich gespannt, wie im weiteren Verlauf der Server-Part umgesetzt und die Dummy-Objekte durch echte Objekte ersetzt werden, insbesondere da ich beim Programmieren in der Regel genau anders herum vorgehe.

Einer der beiden Entwickler hatte für sich am Dienstag sein MacBook mitgenommen, so dass ich währenddessen an seinem Mac mini arbeiten konnte. An diesen hatte er zwei Monitore angeschlossen und am Tag zuvor einen Gastzugang eingerichtet. Und dieser Gast-Account unter OS X ist wirklich dämlich, weil man für den Zugriff auf nahezu jede https-API aus Apps heraus die Erlaubnis des Admins benötigt. Das bedeutet, dass ich zum Beispiel Github Desktop oder Skype nicht benutzen konnte, bzw. nur in der Browser-Version. Im Laufe des Nachmittags waren wir so genervt davon, dass er mir einen Admin-Account eingerichtet hatte 😀

Das Mittagessen bestand aus Nando’s, einem Restaurant zu dem wir alle hingegangen sind (also bis auf den Chef, sprich insgesamt sieben Leute). Dort gab es Chicken 😀 Und zwar auf unterschiedlichste Art und Weise. Dazu bekam man bei der Bestellung ein Glas, in das man sich Getränke beliebig einfüllen konnte. Da mich die Dame am Tresen, wo ich bestellt hatte, nur nach Wasser gefragt hatte, hatte ich gar nicht darauf geachtet oder verstanden, dass die anderen Getränke, wie Cola, Fanta, etc., auch dazuzählten.
Das weitere besondere an Nando’s war, dass man sich unterschiedliche Schärfegrade auswählen konnte, bzw. Soßen entsprechend unterschiedlicher Schärfe dazunehmen konnte. Ich entschied mich bei meinem Chicken Wrap (den ich eigentlich als Burger wollte, aber sei’s drum) um „Hot“, weil einer meinte, dass „Medium“ nicht sonderlich anspruchsvoll war.

„Hot“ war es auf jeden Fall 😀 Ich hatte wirklich zum Teil Tränen in den Augen und fürs nächste Mal weiß ich, dass Medium wohl vollkommen ausreichend ist. Trotzdem schmeckte der Wrap ganz gut, auch wenn er doch recht teuer war (£5,60), insbesondere für die Größe.

Der Arbeitstag endete gegen kurz vor sieben, zu der Arbeit selbst weiß ich irgendwie nicht so ganz, was ich da groß zu schreiben soll… Da ich doch ziemlich durch war (und das lag nicht nur am bescheuerten Gast-Account von OS X und der allgemein langsamen Performance des Macs), ging es danach relativ zügig nach Hause. Dabei achte ich immer, nicht vor 19 Uhr in die Underground „einzuchecken“, da ich dann außerhalb der Hauptzeiten (sogenannte „Peak“-Zeiten, von 6:30-9:30 und 16:00-19:00) fahre, was günstiger ist.
Zuhause traf ich auf einen der Mitbewohner, das Pärchen war an dem Tag noch im Theatre, mit dem ich kurz ein bisschen über den Tag quatsche, bevor ich mich kaputt ins Bett fallen ließ…

Tag 3 – Mein eigener Mac (Mittwoch, 03.02.)

Da ich am Montag nur Toasts gekauft hatte und am Dienstag Morgen festgestellt hatte, dass diese eigentlich nur bis 01.02. haltbar und damit eigentlich schon abgelaufen waren (was man ihnen aber nicht ansah und auch nicht „anschmeckte“), bestand auch das Frühstück am Mittwoch aus eben jenem. So langsam weiß ich, wie ich den Toaster aufdrehen muss, damit die Toasts nicht rabenschwarz werden und das lässt sich präziser steuern wie bei dem Toaster zuhause 😀

Ich wollte nicht schon wieder warten müssen, bis irgendwer mit Schlüssel erscheint, also ließ ich es an diesem Morgen unfassbar gemütlich angehen und war gegen 11:10 erst am Arbeitsplatz da, nachdem ich mich auf dem Weg von Underground zu Büro mit einigen Postkarten eingedeckt hatte. Ich war tatsächlich nicht der erste, aber bei weitem auch nicht der letzte. Das spannendste am Mittwoch war, als einer der Entwickler kurz aus dem Büro verschwand und mit Paketen ankam – mein Mac war da. Dieser wurde ruckzuck aufgebaut, wobei erstmal alle umziehen mussten: Bei dem Dreier-Tisch saßen die beiden anderen zu Beginn links und mittig, am Dienstag übernahm ich den Mac in der Mitte, sodass dieser seinen temporären Arbeitsplatz rechts mit seinem MacBook aufbaute. Da ich mit dem linkssitzenden (dem Österreicher; ich will hier irgendwie keine Namen nennen, auch wenn das das Erklären sicher vereinfachen würde) an der App zusammenarbeitete, bzw. er mir dabei half, dieser aber auch mit dem rechtssitzenden zusammenarbeitete, musste er bei Ankommen meines Macs in die Mitte. Ich hingegen saß dann links (womit ich de facto an allen Plätzen an dieser Tischreihe saß) und der, der mir seinen Mac zum Arbeiten zur Verfügung gestellt hatte, musste mit diesem nach rechts umziehen – es liest sich komplizierter als es wirklich war xD

Das Mittagessen bestand heute aus einem Sandwich, was ich mir zusammen mit dem (nun) rechtssitzenden (nennen wir ihn den Italiener, weil er aus Italien kommt) geholt hatte. Auch den Preis fand ich happig (£5,60 für zwei Hälften), aber es war warm und schmeckte doch recht ordentlich. Allgemein ist mir aufgefallen, dass das Mittagessen bei vielen meistens aus irgendwas in Form von Backwaren (seien es Wraps, Sandwiches oder so) bestand und ich das langsam ziemlich langweilig fand (hier jetzt schon mal ein Verweis auf Donnerstag/die zweite Woche 😉 ).

Der Arbeitstag endete mit 18:30 auch etwas früher, dies hatte aber einen Grund – So­cia­li­zing (laut Duden ist das die berufliche Kontaktpflege, wobei ich hier jetzt nicht die berufliche meine; eigentlich gab es zwei Gründe, denn in der App funktionierte aufgrund der dämlichen UINavigationBar so viel Zeugs nicht, wie es sollte und ich hatte einfach keinen Kopf mehr, um das an dem Tag zu beheben). Dazu muss ich aber nun etwas ausholen: Wer mich etwas kennt weiß, dass ich nicht allzu viel unternehme oder mit Leuten „abhänge“. In der Schulzeit war mir das irgendwie relativ egal, bzw. konnte ich die meisten Leute nicht leiden, was sich mit meiner damaligen Einstellung zum Trinken deckte und mich irgendwann zu Twitter führte (glaube, der Zusammenhang ist hier eher indirekt, aber der Vereinfachung halber). Mit dem Abi stellte ich jedoch fest, dass mir das letztendlich nicht egal ist und ich daran was ändern muss. Was mir in der Uni-Zeit zumindest ein kleines bisschen gelang (ich hatte zum Beispiel kein einziges Deutschland-Spiel der WM 2014 zuhause geschaut). The yellow of the egg war das aber trotzdem nicht und ich wollte das in London ändern, auch weil sich meine Einstellung dazu geändert hatte: Zum Uni-Beginn war das eher so ein es wäre schön, wenn sich da mal was ändern würde, was mittlerweile zu einem entschlossenen ich will, dass sich was ändert geworden ist, gepaart mit dem Wissen ich weiß auch, dass ich das aktiv machen muss, da sich sonst nichts daran ändert.

Also hatte ich mich (eigentlich noch in Deutschland) ein bisschen im Netz umgeschaut und auf Facebook (ja ja…) eine Gruppe von Deutschen gefunden, die in London leben/sind. Diese veranstalten unterschiedliche Stammtische, Treffen eben, in den einzelnen Teilen der Stadt und einer war am Mittwoch Abend im Westen, ein Stück hinter der Paddington Station, was von der Arbeit nicht so weit weg war. Aber weit genug, um nicht laufen zu wollen, insbesondere, wo ich noch nie mit dem Bus gefahren bin (ich beschreite den Weg von Zuhause zur Underground immer zu Fuß, wie schon mal erwähnt, weil man beim Bus unabhängig von der Bahn mit der Oyster-Card „einchecken“ muss, sprich, dass sind zwei separate Strecken, die man separat bezahlt und die £1,50 für die drei Haltestellen sind mir das nicht wert). Also ging es mit einem typischen roten Londoner Doppeldecker-Bus Richtung Queensway. Um es nicht allzu kompliziert zu machen, habe ich mich unten ganz hinten in der Mitte hingesetzt…

Diese Londoner Busse sind total knuffig (sorry für die Wortwahl, aber ist so), aber auch ziemlich klein, wenn man sich diese im Inneren so anschaut. In meinem Bus gab es unten aber trotzdem immerhin 23 Sitzplätze und angenommen, es sind oben genauso viele, dann kommt das schon fast an die Kapazität eines Gelenkbusses (ca. 60 Sitzplätze) heran, wobei in einem Gelenkbus mehr Stehplätze vorhanden sind, vermute ich. Die Busse selbst haben einen offensichtlich pseudo-hybridartigen Motor, der sich bei längeren Stehphasen und an Haltestellen automatisch (oder manuell?, bin zu faul zum googlen) ausschaltet. Es scheint aber auch so etwas wie ein Elektromotor drin zu sein, weil er nach diesen Stehphasen öfter angerollt ist, bevor der Motor zu hören oder spüren war.

Nach dieser Busfahrt ging es also ins 65&King, eine Gaststätte mit der Hausnummer 65. Ich hatte zu Beginn die Sache mit dem Eingang nicht verstanden, weil es an der Tür außen keine Griffe gab und ich deshalb erst einmal um das Gebäude rumgegangen bin, aufgrund einer fehlenden Alternative dann doch mal versucht hab, die Türe ohne Griffe zu öffnen. Eine kurze Nachfrage an der Theke nach dem „German’s Club“ führte mich in den unteren Teil des Lokals in eine ganze Menge von Leuten, die Deutsch sprachen – hurray 😀
Insgesamt saßen da schon über ein Dutzend Menschen rum und ich musste den vollen Tischkreis mit einem Hocker erweitern, wobei ich nicht einmal der letzte war, der dazukam. Die „Organisatorinnen“ meinten, dass sie noch nie so viele Leute da hatten und durchaus auch mal nur zu dritt da saßen. Zum Essen hatte ich mir, da ich doch weiter aufs Budget achte und noch nicht wirklich abschätzen konnte, wie teuer die Woche insgesamt so wird, ganz klassische Chips und ein Bier (glaub, es war sogar ein deutsches). Hatte ich schon mal erwähnt, dass Essen in London echt teuer ist? Das auf dem nachfolgenden Bild kostete nämlich £7,50, bzw. mit dem automatisch einberechneten Trinkgeld von 12,5% noch einen Pfund mehr (ein Pfund entspricht etwa 1,37 Euro).

Der Abend war sehr unterhaltsam und es war sehr schön, sich mal wieder voll und ganz auf Inhalte konzentrieren zu können, die Menschen so von sich geben, anstatt darauf, erstmal zu verstehen, was sie überhaupt von sich geben. Ich hatte mir für die Rückfahrt die Option vorbehalten, mit der Overground zu fahren, da ich das noch nicht getan hatte, doch endete das Spektakel erst gegen 22 Uhr, weshalb ich dann doch mit der Central und Victoria Line nach Hause gefahren bin. Hier fand auch ein kleiner „Umbruch“ statt, vermutlich fing ich an, mich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen, denn seit dem Mittwoch Abend gingen mir die Rolltreppen an den Underground-Stationen so dermaßen auf den Keks, dass ich seit diesem Abend nie mehr rechts stand, sondern links die Rolltreppe hochging.

Tag 4 – Arbeit, Arbeit, Arbeit (Donnerstag, 04.02.)

Der Donnerstag war relativ unspektakulär, was nicht nur beim Frühstück anfing (siehe oben). Zu den am Vortag organisierten Postkarten hatte ich mir vor der Arbeit auch Briefmarken geholt (eine Postkarte nach Deutschland kostet £1 😮 ) und schon mal die erste Karte geschrieben, die ich in der Mittagspause auch einwerfen ging. Hier verwirrte mich etwas der Briefkasten, den ich nach umherirren gefunden hatte (ich wusste, dass ich auf dem Weg von der Underground-Station zur Arbeit jeden Morgen an einem vorbeiging, aber nicht mehr, wo; letztendlich hatte ich einen anderen gefunden ^^), denn ich hatte die Postkarte in den Schlitz rechts eingeworfen und am Vorbeigehen dann den zweiten Schlitz links gesehen mit dem Aufkleber „Stamped mail“ dran. Ich hatte schon was Angst, den falschen Schlitz verwendet zu haben, wobei am rechten eben nichts dranstand und „Unstamped mail“ ja irgendwie wenig Sinn macht. Ich hoffe aber trotzdem mal, dass die Karte die Tage bei der entsprechenden Person eintrudelt 🙂

Für die Pause hatte ich mir auf dem Weg dann noch bei einem Supermarkt ein Baguette und ein Käse-Schinken-Croissant gekauft, beide kosteten zusammen rund £3,40 und waren einzeln genauso sättigend, wie das Sandwich für £5,60 – aber für zwei Tage eben. Außerdem gönnte ich mir eine etwas längere Pause und schaute (jap, auf Arbeit) die Heute-Show vom vergangenen Freitag nach.

Während der Arbeit hingegen konnte ich so ziemlich alle Probleme vom Vortag lösen (Kopf frei kriegen lohnte sich also) und kam gut voran. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich irgendwann gegen 19 Uhr Feierabend gemacht und zwar so, dass ich am nächsten Morgen direkt etwas hatte, womit ich anfangen konnte, ohne groß nachdenken oder Probleme lösen zu müssen. Am Abend habe ich dann noch ein bisschen Zeit mit den Mitbewohnern verbracht, aber auch nicht sonderlich viel.
Da mir das dauernde Sandwich/Wrap zum Mittag etwas auf den Geist ging, hatte ich den Abend darüber hinaus dazu genutzt, um mal ein bisschen Recherche zu betreiben, was für – nicht allzu teure – Lokalitäten es denn so in der Umgebung der Arbeit gibt, angetrieben auch von dem Fakt, dass am 11.02. an der Underground-Station, wo ich zur Arbeit aussteige, ein McDonald’s öffnet ^^. Dabei bin ich auf die Webseite zomato.com (ich mag den Namen ja) gestoßen, wo ich auch fündig geworden bin, doch dazu dann in den nächsten Wochen mehr 🙂 Beim Nutzen der Seite hatte ich mich irgendwann gefragt, ob die denn wohl eine App anbieten, was sie tatsächlich tun. Womit ich aber bei bestem Willen nicht gerechnet habe ist, dass sie auch eine Windows-Version haben. Und womit ich nie nie nie gerechnet habe ist, dass es sich dabei um eine Universal Windows 10-App handelt, die es für PC und Mobile gibt. Leider gibt es keine Favoriten-Funktion, aber sonst ist die App ein echt guter Tipp und die Datenbank der Seite umfasst nicht nur London, auch wenn leider keine deutsche Stadt vertreten ist.
Außerdem hatte ich mir an dem Abend eine Excel-Datenbank erstellt, in der ich alle meine Ausgaben verwalten und nach Kategorien sortieren kann, wobei die Datenbank dann diverses Zeugs ausrechnet und das auch mit dem Geld wechseln verrechnet, was ein gutes Auffrischen des Excel-Kenntnisse aus Klasse 7 war 😀

Tag 5 – Hoch die Hände, Wochenende (Freitag, 05.02.)

Der fünfte Tag begann irgendwann mit Frühstück und dreimal dürft ihr raten, mit was – richtig, Toasts. Dafür war die Toastpackung dann aber auch endlich leer, Grund genug, einkaufen zu gehen. Ich meine, am Mittwoch ist mir in der Einkaufsstraße nahe meines Zuhauses ein Lidl aufgefallen und den erkundete ich am Freitag noch vor der Arbeit, um mich auch ein bisschen für das Wochenende einzudecken. Es sei faszinierend anzumerken, dass das folgende Bild einen Wert von £3,65 hat 😀

Für das Mittagessen in der Pause hatte ich mir am Abend zuvor Wasabi rausgesucht, doch das noch von Donnerstag gebliebene Käse-Schinken-Croissant deckte den Hunger zumindest vorübergehend. Zur Pause gab es die Folge des Neo Magazin Royale vom Vortag, wobei ich die letzten zehn Minuten erst am Ende geschaut hatte, weil der Chef die ganze Zeit da rumkreiste und ich nicht wollte, dass er das Gefühl bekommt, ich würde nichts machen.
Auf technischer Ebene hatte ich am Freitag angefangen, eine Galerie-Ansicht zu erstellen, sprich eine Grid umgesetzt mit einer UICollectionView. Nachdem dies funktionierte, stellte ich fest, dass ich das mindestens an einer Stelle noch brauchen werde und versuchte es, aus der Seite herauszunehmen und in ein separates Element zu packen, was jedoch bisher nur ein Versuch ist, da ich die Verbindung zwischen UICollectionView und UICollectionViewCell (also dem Teil, der für die Anzeige des Inhalts in der Tabellenzelle zuständig ist) irgendwie nicht hinbekommen habe – vielleicht am Montag. Böserweise (ich glaube, das sollte man nicht tun) musste ich dann eine nicht vollständig funktionierende Build committen.

Das Wochenende begann etwa um 18:50 (wobei ich ab 18:40 das Neo Magazin zu Ende schaute) und zuhause angekommen hatte ich Hunger. Die Nudeln waren zwar eigentlich fürs Wochenende gedacht, doch ich änderte den Plan und kochte mir Nudeln mit Soße und den „Mini Sausages“. Dabei bin ich an einem fundamentalen Problem fast gescheitert, nämlich dem Einschalten des Gasherds. Ich konnte auf Gedeih und Verderb in der ganzen Küche kein Feuerzeug finden (es war niemand da, den man fragen konnte). Nach 5-10 Minuten fand ich dann heraus, dass es unter den Herdreglern einen Knopf gab, der die Funktion des Feuerzeugs erfüllte – ich war, auch durch den Hungerlevel, so happy, als hätte ich gerade das Feuer entdeckt 😀 Die Nudeln kochten sich dann vor sich hin und waren glaube ich wirklich die besten Nudeln, die ich je gekocht hab – nicht zu weich, zu hart, zu versalzen oder zu was auch immer das Gegenteil von versalzen ist. Die Soße war ganz okay, die Sausages sorgten für etwas fleischigen Geschmack, wobei da noch irgendwas an Gewürzen gefehlt hat. Aber egal, es hat geschmeckt und ich hatte ein Sättigungsgefühl, wie am Sonntag vor dem Abflug nicht mehr xD

Danach hatte ich mich relativ schnell ins Bett geworfen, die Der Lehrer-Folge von Donnerstag nachgeschaut und mir ein paar wenige Gedanken gemacht, was ich am Samstag denn machen könnte…

Tag 6 – Sightseeing (Samstag, 06.02.)

…wobei ich mittlerweile daran gewohnt war, dass alles anders kommt, wie (wie! ^^) man denkt. Der Samstag bestand erst einmal aus Ausschlafen, das hatte oberste Priorität. Am Mittwoch Abend auf dem Stammtisch hatte ich jemanden kennengelernt, der für zwei Wochen in London ist und vielleicht am Wochenende etwas Sightseeing machen wollte. Leider hatte sich die Person trotz versendeter Freundschaftsanfrage von ihrer Seite aus danach nicht mehr bei mir gemeldet (und ich muss hier mal festhalten, dass Johannas Regel #1 gebrochen wurde, denn sie hatte nicht recht 😀 ). Ich war kurz davor, wieder mein Vergangenheits-Ich siegen zu lassen und nichts großartiges zu machen, doch als ich ein paar Sachen für kommende Wochenenden nachgeschaut hatte, bin ich über Couchsurfing auf freetoursbyfoot.com gestoßen, die am Samstag um 14:30 eine zweieinhalbstündige Tour durch die City of London im Angebot hatten. Man muss an dieser Stelle anmerken, Treffpunkt war um 14:15 an der Temple Tube Station und ich war um 12:45 noch im Bett. Also schnell geduscht, gefrühstückt und auf den Weg gemacht. Das Haus verlassen habe ich um 13:38, womit ich die Overground (die?) an der St. James Street Station nicht mehr bekommen konnte (13:36). Also musste ich zur Blackhorse Road die Underground um 13:46 bekommen, was zu Fuß wahrscheinlich nicht machbar gewesen wäre. Dies musste ich aber nie herausfinden, da glücklicherweise genau in dem Moment, als ich an der Bushaltestelle vorbeiging, ein Bus kam, den ich dann auch nahm und die Bahn bekam. Da im Bus unten kein Platz mehr war, hatte ich mich nach oben begeben – auf den Punkt gebracht hatte ich mir das Sitzen oben spektakulärer vorgestellt.
Die Underground bekommen musste ich an der Victoria Station in die District Line umsteigen. Dabei erreichte ich den Bahnsteig (die Victoria Line hatte etwas Verspätung) genau dann, als eine Bahn einfuhr, ich konnte zu Beginn aber nicht identifizieren, ob das denn nun die richtige ist. Bis ich ziemlich lange durch das Fenster in den im Inneren über den Fenstern klebenden Fahrplan der Route schielte und mich zu 50% sicher dazu entschloss, in die Bahn einzusteigen. Im Inneren stellte ich dann fest, es war die richtige 🙂

Die Tourgruppe war schnell gefunden. Der Guide, Margaret, kam aus Kalifornien und lebte schon ziemlich lange in London und arbeitet Vollzeit als Free Tour-Guide. Dabei funktioniert das ganze ala pay as what you can afford and what it was worth to you. Der Guide selbst lebt nur von den freiwilligen Zahlungen, die die Touristen am Ende der Tour dalassen, zumindest wurde das von ihr so dargestellt. Die Tour führte durch die City of London, wobei ich mir da vielleicht was anderes vorgestellt hatte, was die eigentliche City of London überhaupt ist. Der Guide war jedoch sehr nett und machte die Führung ziemlich gut. Eine Person, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt nach dieser Tour, ist Christopher Wren, der Dutzende Kirchen allein in der City entworfen hat, wovon wir über zehn hautnah erleben konnten. Für weiteres inhaltliches zur Tour siehe die Beschriftungen der folgenden Bilder.

Die Tour endete gegen 17 Uhr am Tower Hill. Für den Abend hatte ich, wo ich vorher schon auf Couchsurfing war, noch etwas anderes gefunden: Zwei Mädels hatten das Vorhaben, den Kilimanjaro zu besteigen und sammeln dafür fleißig an finanziellen Mitteln, wofür sie unter anderem am Samstag einen Kinoabend veranstaltet haben, der um 18:30 begann. Dies lag nahe der Tower Bridge, die ja fast Endpunkt der Tour war, also hatte ich dem auch zugesagt. Auf dem Weg dahin hatte ich noch genug Zeit, um etwas zu essen. Die Treppe hoch zur Tower Bridge, die mittlerweile wunderschön beleuchtet wurde, entdeckte ich einen Tesco, indem ich unter anderem etwas zu trinken für den Abend kaufte (Getränke sollte man selbst mitbringen) und Sprudelwasser – oh mein Gott, es gibt in Großbritannien Ein-Liter-Sprudelwasser-Flaschen <3. "Zu trinken" hatte ich mir Budweiser ausgesucht, da ich auf Franziskaner jetzt nicht so Lust hatte und ich mit irischem Bier noch warten wollte. Der Weg zum Kinoabend ging über die Tower-Bridge und die Tower Bridge Road zum ersten Mal in den südlichen Teil der Stadt. Kurz vor dem Ziel - es hatte mittlerweile angefangen zu regnen - lief ich an Golden Chicken vorbei, einem Restaurant, indem es u.a. Chicken gab (jetzt mal ernsthaft, wer hätte das kommen sehen? ^^). Das Restaurant war im Gegensatz zu den Pubs, an denen ich vorher vorbeigelaufen bin, nicht wirklich voll, aber es war auch nicht leer, wodurch ich das Gefühl hatte, man konnte es ja mal versuchen. Ich bestellte die Nummer 9 (Chickenburger mit Pommes und Getränk), die auf der Karte für £4 ausgeschrieben waren (überklebt wohl gemerkt). Die Bedienung, die sehr undeutlich sprach, kannte den neuen Preis offenbar noch nicht, sodass ich nur £3,50 bezahlt hatte. Das Essen kam relativ schnell und war auch genießbar. Man konnte für den Preis und in Anbetracht des äußeren Erscheinungsbildes der Lokalität jetzt keine von Hand gemachten Pommes oder so erwarten, aber das hatte ich auch nicht und so ging es gestärkt in Richtung Kinoabend.

Der Kinoabend fand in einer alten Schule statt, deren einzelne Etagen nun vermietet wurden. Das ganze war unfassbar genial hergerichtet und es hatte ein besonderes Feeling, weil durch einfache Dinge eine ziemlich bewohnbare Räumlichkeit entstand, die letztendlich nur aus einem Raum bestand, welcher eine Trennwand in der Mitte hatte. Lustig wurde es dann, als sich herausstellte, dass die Gastgeberinnen beide aus Polen kamen, dies erklärte an der Trennwand, die mit einigen Serienfiguren hergerichtet war, auch die Präsenz von Reksio und Bolek i Lolek, beides zwei polnische Kinderserien (allerdings ohne Erzähler oder Stimmen, also für jede Sprache geeignet), die ich in jungen Jahren geschaut habe. Insgesamt waren dort 15 Leute etwa, von denen ein Drittel polnisch konnte. Der Rest kam aus aller Welt: Ein Australier, der sich am Ende seiner dreimonatigen Europa-Tour befand, eine Kanadierin, die nach einem Aupair-Jahr in Frankreich in London gelandet ist, ein griechisches Pärchen, welches (aufgrund der finanziellen Gegebenheiten) aus Griechenland nach London gezogen ist, eine Finnländerin, die für einige Wochen in die Hauptstadt gekommen ist und noch viele weitere, deren Geschichten ich grad nicht mehr parat habe. Es lässt sich also erahnen, es war ein ziemlich toller Abend, welcher auch ganz gut getan hat, da ich es bei der Sightseeing-Tour zuvor nicht geschafft hatte, wirklich mit jemandem in Gespräch zu kommen, wofür ich mir selbst in den Allerwertesten beißen würde…

Aber es war ein Kinoabend und nachdem irgendwann die Technik funktionierte, ging es dann auch los. Der Film war Der große Trip – Wild, der natürlich sehr gut zu der Organisation passte, da die meisten über Couchsurfing kamen und wohl irgendwann irgendwie zumindest mit dem Reisen Bekanntschaft machten. Ich fand den Film, den ich vorher nicht kannte, ziemlich gut, auch wenn mir einige Zusammenhänge noch nicht klar geworden sind, weshalb ich ihn mir wohl mal auf Deutsch ansehen muss. Gleichzeitig gab mir der Film (in diesem bestreitet die Hauptrolle den Pacific Crest Trail) die Chance auf einen kleinen Rückblick nach dieser ersten Woche in London, die ich bisher doch vergleichsweise gut gemeistert hatte und bis auf das Zugehen auf andere während der Sightseeing-Tour auch nicht wirklich was groß anders machen würde, wenn ich es nochmal machen könnte.

England holte mich auf dem Rückweg vom Kinoabend zur Underground-Station London Bridge dann wieder ein, denn es regnete. Und regnete. Und regnete. Es regnete leider auch, als ich an der Blackhorse Road wieder ausstieg und den Rückweg nach Hause vor mir hatte. Auf diesem stellte ich fest, dass ein Regenschirm eigentlich das schwachsinnigste ist, was man mit nach London nehmen kann. Weil man ihn nicht brauch, wenn es nicht regnet und man ihn aufgrund des starken Windes – durch den ich schon ab Mittwoch morgens nicht mehr sonderlich viel Zeit in meine Frisur steckte – nicht verwenden kann. Letzteres bestätigten mir auf dem eben genannten Rückweg auch zwei Überreste von Regenschirmen, die auf dem Bürgersteig lagen.

Tag 7 – Wie Gott ihn schuf (Sonntag, 07.02.)

Am Sonntag hatte Ausschlafen wieder oberste Priorität, darüber hinaus nutzte ich den Tag zum faulenzen, was ich mir wirklich verdient habe und zum Weiterbasteln an meinen Apps und Abarbeiten von E-Mails. Geplant sind für das Mittagessen im Moment die Mini-Pizzen vom zweiten Einkauf, vielleicht skype ich später noch mit meinen Eltern. Oh, und ich habe diesen Monster-Blogeintrag fertiggeschrieben und muss an dieser Stelle wirklich mal den Hut ziehen, da Du beim Lesen bis zum Ende gekommen bist und (hoffentlich 😉 ) nichts ausgelassen oder übersprungen hast, ansonsten gibt es hier jetzt Schimpfe Schimpfe 😀

Sollte an dem Sonntag wider Erwarten doch etwas spannendes passieren, dann füge ich das dem nächsten Blogeintrag hinzu, auch wenn ich eher nicht davon ausgehe. Und so endet dann auch die erste Woche im wunderschönen London. Auf jeden Fall fühle ich mich jetzt schon vorbereitet auf größere Herausforderungen und dieses Schielen in die USA (machen wir daraus kein Geheimnis) wird unterstützt dadurch, dass ich erfahren habe, dass das Unternehmen, in dem ich mein Praktikum mache, im Laufe des Jahres sich ein weiteres Standbein eben in jenem Land aufbauen möchte (im Gespräch sind im Moment New York, Las Vegas oder LA; das Grinsen meinerseits, als ich davon erfuhr, müsst ihr euch jetzt einfach vorstellen…).

2 thoughts on “Mein Praktikum in London: Die erste Woche

  1. Tja, New York? Kenn ich nicht. LA, nicht gut genug um darüber was zu sagen/schreiben. Las Vegas? Ja, da kann ich „mitschwätzen“. Ist sowas wie Disneyland für Erwachsene ohne Eintritt. Sehr interessant, aber eben auch nicht typisch Amerikanisch. Aber man kann z.B. im Luxor unten einigermassen preiswert Essen gehen. Nachmittags und Abends wird am Treasure Island immer eine Show abgezogen für die man bei uns mindestens 25 EUR Eintritt zahlen müsste.
    Ich war dort bisher nur aus beruflichen Gründen, auch wenn viele das immer gern als „Lustreise“ definiert hatten. Es war immer sehr viel auf dem Tagesprogramm, ich war jedes mal auf einer Microsoft Management Summit Konferenz und es war jeden Tag immer volles Programm, oft bis nach 21 Uhr.
    Schön war die Gegend nördlich von Las Vegas, Mt Charleston Wilderness. Einmal hatte ich das Glück das die Heimreise erst am Monatg der nächsten Woche ging, so konnte ich ein Wochenende in LV bleiben und hab das für Erkundungen genutzt. Valley of Fire ist empfehlenswert, aber auch der Red Rock Canyon, dort wurden einige Filme gedreht, auch Teile von Toal Recall mit Arnold Schwarzenegger. In Mt. Charleston Wilderness wollte ich Bobcats fotografieren. Die Frau in der Ranger Sation hat mich komisch angeschaut „sie wäre jetzt seit 40 Jahren hier und hat noch nie welche gesehen“. Naja, ich hatte Glück, war nur einen Tag dort um auch keine zu sehen.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall noch viel Erfolg in London und hoffe das Du deine Zukunft gut vorbereiten kannst und deinen Traum USA auch verwirklichen kannst. Das war auch mal mein Traum. Ich hatte das Gluck mal als „Gastarbeiter“ bei IBM in Austin, TX für fünf Wochen an einem Redbook mitwirken zu können. Danach war mein Wunsch USA deutlich reduziert. Mir war alles dort zu oberflächlich, vor allem auch in der Arbeitswelt. Und alle Erfahrungen die ich dann später noch mit und in den USA machen durfte liessen mich immer zu dem selben Schluß kommen: ich bleib in good old Germany

    Grüße aus Stuttgart

    Wolfgang

    1. Vielen Dank für Deinen umfangreichen Einblick 🙂 Ich bin, insbesondere jetzt auch nach Deinen Einblicken sehr gespannt darauf, wie ich es empfinden werde, „da drüben“ zu sein 🙂 Wobei ich da im Moment auch noch nicht vorhabe, sesshaft zu werden, sondern erst einmal Welt erkunden 😀

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