Mein Praktikum in London: Die zwölfte Woche

Uffff, Woche 12. Zwei schlimme Dinge sind hier zu erwähnen: Zum einen ist es die letzte Woche und damit der letzte Teil dieser Blogreihe und wer wirklich alles gelesen hat, muss entweder total wahnsinnig sein (würde zum Beispiel auf mich zutreffen, hab es ja immer Korrektur gelesen) oder mich echt mögen. Oder beides. Auf jeden Fall bin ich tatsächlich fasziniert, dass ich die Reihe wirklich bis zum Ende durchgezogen habe…
Zum anderen fange ich damit erst am 7. Mai an, sprich ich bin schon seit einer knappen Woche wieder in Deutschland und plane meine nächsten 2-3 Ausflüge, doch dazu später mehr – und keine Sorge, diese werden nicht in so einer umfassenden Form verschriftlicht, wie die Wochen in London, denn das Schreiben ist zwar schön und es macht echt Spaß und ist immer interessant, die Tage im Nachhinein zu reflektieren, was man getan hat, was nicht und warum und warum nicht, aber es kostet auf Dauer sooooo viel Zeit…
Trotzdem bin ich sehr gespannt, was mein Ich in 4-5 Jahren denken wird, wenn ich mal Zeit habe, in mich zu gehen und dann zu reflektieren, was dieser Zeitraum in mir langfristig wirklich verändert hat. Doch nun erstmal Ende des Abschiedsgeschwafels, auf geht’s – ein letztes Mal 😀

Tag 77 – Zwei Stunden Mittagspause (Montag, 25.04.)

Den Montag begann ich mit hart gekochten Eiern zum Frühstück, denn ich hatte mir die Tage zuvor bei den letzten großen Einkäufen im LIDL noch ein Sixpack (höhö) Eier gekauft. Zwei davon plante ich für diesen Wochenstart ein, die vier anderen blieben mir für eine Portion irgendwann später.
Da ich da langsam Erfahrung drin hatte, ging es relativ schnell vonstatten und ich war kurz vor elf auf der Arbeit, wenn ich mich korrekt erinnere, ein aller letztes Mal als Erster. Die Arbeit bestand aus stupidem Copy-Paste, denn die App sollte auch iOS 8 unterstützten, also auch das alte AddressBook-Framework neben dem neuen Contacts-Framework und ich beschäftigte mich an dem Tag mit dem Kreieren einer vereinenden Klasse, mit der ein Kontakt intern repräsentiert wird (wie sich jetzt feststellt, wird das wohl gar nicht nötig sein, well…). Die Mittagspause ging dann ein klein wenig länger als sonst, aber es war auch der Beginn der letzten Praktikumswoche: Ich hatte mich mit der Person vom Sonntag Abend von Couchsurfing am Montag verabredet, da sie da noch nichts großes vor hatte. Dabei trafen wir uns bei Oxford Circus (was gar nicht so einfach ist, dort jemanden zu finden) und beschlossen, zum Camden Market zu gehen (von meiner Arbeit zu Oxford Circus ist südlich und von Oxford Circus zum Camden Market nördlich, man hätte sich also auch an der Great Portland Street treffen können, dann hätte ich sicher eine halbe Stunde gespart, aber egal 😀 ). Zum Camden Market geht es von der Great Portland Street durch den Regent’s Park – oder, wenn man es aufgrund des plötzlich einsetzenden Starkregens verplant, die ganze Zeit neben dem Regent’s Park entlang. Glücklicherweise hatte die Begleitung im Gegensatz zu mir einen (pinken) Regenschirm dabei, wirklich geholfen hat der aber nur bedingt.
Regen und Regent’s Park überstanden kamen wir am Regent’s Canal an, der uns direkt zum Camden Market führte und den ich schon am Samstag entlang zu Little Venice gehen wollte. Auf dem Market, bzw. dem Essensteil davon, führte ich sie ein bisschen durch den Bereich, denn mittlerweile war es mein vierter Besuch dort und der erste nicht an einem Samstag. Das merkte man auch, denn es war deutlich leerer als sonst, los war aber trotzdem einiges (warum hab ich keine Fotos gemacht?). Nachdem wir uns durch die Stände probiert hatten, entschlossen wir uns für eine Portion Pasta, die uns beim Probieren wirklich umgehauen hatte und für die wir dann auch die £6 bereit waren zu zahlen, auch weil sie uns am Ende echt verdammt sättigte.
Nachdem wir uns noch ein bisschen umgeschaut und ich den Regen abgewartet hatte, trennten sich unsere Wege, denn ich musste dann tatsächlich irgendwann mal zurück zur Arbeit, während sie sich noch auf dem Camden Market umschaute. Wer weiß, vielleicht sieht man sich irgendwo in dieser weiten Welt nochmal wieder, ich war von Deinen vergangenen wie von Deinen kommenden Reisen sehr fasziniert, Fabienne 😉

Nach zwei Stunden Mittagspause kam ich tatsächlich wieder auf der Arbeit an, hab noch ein bisschen was gemacht, in erster Linie aber die heute-show vom Freitag und eine Folge MacGyver geschaut, ehe es gegen 19 Uhr nach Hause ging, wo ich am Blog weitergeschrieben habe (diese Sache ist in meinen Notizen mit „glaub ich“ versehen; lass ich mal so stehen 😀 ).

Tag 78 – Ein letztes Mal Sweet Chili Chicken (Dienstag, 26.04.)

Für die letzten Tage hatte ich mir noch drei alternative Routen zur Arbeit überlegt, die ich bestreiten wollte, anstatt die unterirdische Victoria Line zu nehmen, von der man nichts von der Stadt sieht: Zum einen einmal mit dem Bus von Tottenham Hale aus, dann die Overground von St. James Street, weil das direkt vor meiner Haustür ist und zum dritten zu Fuß. Nummer eins wollte ich an dem Dienstag erledigen, was sich ganz gut traf, da ich noch ein Telefonat auf dem Weg zur Arbeit geplant hatte, was so einiges an Planung der kommenden Monate ändern und auf den Kopf stellen würde.
Letztendlich war ich dann aber erst kurz vor halb elf bei Tottenham Hale, dass ich mich doch für die Victoria Line von dort entschlossen hatte, sonst wäre ich erst gegen 12 auf der Arbeit und man muss es ja auch nicht übertreiben 😀 Somit war ich dann der dritte auf der Arbeit und hatte auch den Dienstag eigentlich ziemlich totgeschlagen. Auch wenn ich ein bisschen produktiv war, versuchte ich auch, den American Truck Simulator auf dem Mac mini zum Laufen zu bekommen, weil mich interessierte, was der Rechner so kann, insbesondere wo am gleichen Tag vom Arbeitskollegen das MacBook Pro abholbereit war, was es schon am Sonntag Abend sein sollte, sodass er sich nach langem Warten (und einigen Witzen meiner Seite aus, es würde doch erst am nächsten Tag da sein) von dem langsamen Mac mini trennen konnte.

Das Mittagessen war an diesem Dienstag zum letzten Mal aus dem Hause Wasabi und eine ganz klassische Portion Sweet Chili Chicken, zu der wieder ich eine Folge MacGyver geschaut habe, bevor es am Abend kurz nach sieben heim ging, wo ich noch die zehnte Woche für den Blog fertig aufbereitete und mich danach ziemlich müde schlafen legte…

Tag 79 – Zur Abwechslung mal mit der Overground (Mittwoch, 27.04.)

Bevor ich mit diesem Tag anfange, muss ich kurz anmerken, dass ich mir hier keine Notizen gemacht habe. Die Länge dieses Tages hängt also komplett und allein davon ab, was der Commit des Tages, die gemachten Bilder und mein Kopf nach zwei Wochen noch so hergeben 😀
Wie dem auch sei, wollte ich zur Arbeit ja noch ein paar andere Routen ausprobieren als die Victoria Line und da es, nachdem ich mich irgendwann aus dem Bett gekrümelt und gefrühstückt habe, offensichtlich wohl spät oder ich faul (oder beides) war, entschied mich an dem Mittwoch dazu, die Overground zu nehmen. Laut Wikipedia handelt es sich bei der Overground um diverse, zum größten Teil außerhalb des Stadtzentrums fahrende oberirdische Züge, die Teil des TfL-Netzwerks und -Tarifs sind und einer hielt eben nur zwei Minuten Fußweg von meinem Heim entfernt. Ein klein wenig beeilt hatte ich das Glück, dass (warum auch immer sich mein Gedächtnis das merken kann) der Zug um :51 und alle 15 Minuten in Richtung Zentrum fährt, da das der eine Mitbewohner mal erwähnt hatte, und ich um 10:49 im Bahnhofsgebäude war.
Nach dem Einfahren der Overground und dem Knopf drücken, damit sich die Tür öffnete, suchte ich mir einen Platz und setzte mich. Ich betone das hier nicht ohne Grund, denn diese Sitze in dem Zug waren wie in einem Heimkino: Sie waren superbequem, verdammt weich und luden zum Einschlafen nur so ein, dass ich dagegen richtig ankämpfen musste. Parallel verfolgte ich ein bisschen die Konversation in unserer Arbeitsgruppe auf Skype, da ich aus Perspektive der anderen zu dem Zeitpunkt gerne vor Ort gewesen wäre, aber sie mussten warten…

Nachdem die Overground an der Liverpool Street endete, ging es mit der Metropolitan Line bis zur Great Portland Street und dann zur Arbeit. Da man an der Liverpool Street durch zwei Schranken durch musste, wunderte ich mich, dass das System es schafft, diese Fahrt genauso teuer werden zu lassen, wie die Victoria Line, insgesamt war die Strecke aber deutlich entspannter und ich regte mich schon ein bisschen darüber auf, dass ich sie jetzt erst entdeckt hatte. Zum einen sparte ich den Fußweg zur Blackhorse Road Underground Station, zum anderen fuhren sowohl die Overground wie auch die Metropolitan/Hammersmith & City/Circle Lines mit einer viel gemütlicheren Geschwindigkeit, als es bei der Victoria Line der Fall war. Und durch die kürzeren Fußwege war diese Route nahezu genauso lang wie mein „klassischer“ Arbeitsweg.

Auf der Arbeit wurde ich freudig mit einigem an Zeug zum Testen empfangen, denn das Backend war tatsächlich soweit, dass es Bilder empfangen konnte und es ging darum, die Bilder so zu verschicken, dass sie auf dem Server auch ankamen und verarbeitet werden konnten, was auf jeden Fall mal interessanter als die letzten Wochen war, weil man einen tatsächlichen Fortschritt spüren und sehen konnte und etwas nicht nur hübsch aussah, sondern auch funktionierte.
In der Mittagspause ging es, dieses Mal nur begleitet von den beiden Mädels, zum Japaner, wo wir uns über die letzten Tage und was danach kommen wird unterhielten und ich es wieder meisterte, meine Portion scharfes Hühnchen mit Reis (Spicy chicken with rice ^^) nur mit den Stäbchen zu essen. Die Haltungsnoten wären zwar auch dieses Mal wieder katastrophal gewesen und am Ende hatte ich an dem Tag wirklich zu kämpfen, doch es gelang 😀 Einen Dessert gab es noch von Sainsbury’s, in meinem Fall wieder ein Eis, dieses Mal aber nur für einen Pfund und nicht £4,50…

Feierabend machte ich kurz nach 18 Uhr, wonach es wieder mit der 18 (die 27 wäre erst in 14 Minuten erschienen) ein aller letztes Mal zum Stammtisch ging. Da ich schon so früh Schluss gemacht hatte, war ich ausnahmsweise auch der erste vor Ort, es gesellten sich im Laufe des Abends noch ein paar Leute hinzu, insgesamt blieb es heute aber eine sehr verhaltene und ruhige Runde, die trotzdem ein nettes Ende bot und wo das Verabschieden auch gar nicht so einfach fiel.

Tag 80 – Zwei geheimnisvolle Überraschungen (Donnerstag, 28.04.)

Nach der Bequemlichkeit der Overground am Tag zuvor und weil ich viel zu spät das Bett verlassen hatte und mir am Morgen aus meinen Restbeständen im Kühlschrank noch eine Portion Rührei gemacht hatte, entschied ich mich auch an diesem Morgen für die viel angenehmere Fahrstrecke über die Liverpool Street, war am Ende aber früher auf der Arbeit als am Tag zuvor. Da eine Kollegin am Freitag nicht mehr im Büro sein werden würde, ahnte ich für diesen Tag einiges, wurde am Ende dann aber doch doppelt überrascht: Schon am Mittwoch wurde ich gefragt, wo ich denn zum Abschluss gerne Essen gehen würde und da mir nichts besseres einfiel, ging es nach einer ziemlich langen Wartezeit bis alle bereit waren, zwei Straßen weiter zu – Nando’s 😀 Die Speisen gingen auf den Chef und ich entschied mich fürs Chicken Roulette: Letztendlich handelte es sich dabei um einen Teller mit Chicken in unterschiedlichen, nicht markierten Schärfegraden – für den Überraschungsmoment. Nach dem Bestellen machte ich kurz einen Abstecher aufs WC und als ich wiederkam, stand auf meinem Platz eine hohe Tasche, in der für gewöhnlich Weinflaschen verschenkt werden. In der Tasche selbst war aber kein Wein und auch keine Flasche, sondern ein T-Shirt. Und zwar nicht irgendein T-Shirt, sondern eins, was für mich von den Designern kreiert wurde und auf die ganzen „Streitereien“ Apple vs. Microsoft anspielt, die wir in den drei Monaten so im Büro hatten und ich wusste nicht, ob ich deswegen lachen oder weinen sollte, letztendlich tat ich beides glaube ich 😀

Nachdem die Bedienung von der gesamten Runde einige Fotos gemacht hatte, konnten wir dann endlich reinhauen und nach diesem netten Nachmittag setzte ich die Implementierung des Upload-Prozesses fort, schaute parallel wieder etwas MacGyver und am Abend dank ausnahmsweise funktionierendem Livestream Alarm für Cobra 11. Das allerdings nur bis zur letzten Werbepause (und ich habe das Ende der Folge jetzt, am 12.05., immer noch nicht nachgeschaut), denn dann machten wir uns auf den Weg. Wohin wollte mir niemand verraten und wusste so genau glaube ich auch nicht jeder, weil wir des Öfteren mal anhielten, um uns neu zu orientieren und das iPhone zu fragen, wo wir denn hinmussten, was ohne 4G offensichtlich ein Problem darstellte (hach, Offline-Karten 😉 ). Irgendwann kamen wir dann aber an und gingen in ein Gebäude, welches einen mit dem Schild „Riley’s Sports Bar“ begrüßte. An der Treppe hoch hing ein Schild, auf dem stand, was es denn oben gab und als da die Worte Snooker/Billard aufkamen, konnte ich mir das Lächeln nicht verkneifen 😀

Ein wenig Wartezeit später, die wir mit Getränken verbrachten und mit dem Schauen des Fußballspiels, bei dem irgendwie Jürgen Klopp beteiligt war und welches auf gefühlt zwei Dutzend Fernsehern und Leinwänden in diesem Raum übertragen wurde, egal wo man hinschaute, wurde ein vorher reservierter Tisch frei und wir spielten in Zweier-Teams einige Runden (die „mein“ Team mit Glück und manchmal auch etwas Verstand alle gewann 😀 ). Insgesamt war es ein sehr schöner Abend, der noch mit einem Spaziergang zurück zum Büro gegen kurz nach 22 Uhr endete, weil der Österreicher zugesagt hatte, dort zurückzukehren um seine Sachen zu holen und ich meine dementsprechend auch dort ließ. Da ich keine Freifahrt-Oyster Card habe, gingen wir die Strecke zu Fuß, anstatt die Underground zu nehmen (wobei es von Piccadilly Circus aus nicht mal soweit war), was ihm nicht so ganz schmeckte, er aber doch hinnahm, auch als es anfing zu regnen 😀 Kurz nach elf landete ich dann auch im Bett und überlegte mir noch eine Kleinigkeit für den letzten Praktikumstag…

Tag 81 – Nachts im Museum (Freitag, 29.04.)

Da ich auch am Freitag relativ spät das Haus verlassen hatte, wurde aus dem Plan, die Strecke zur Arbeit einmal zu Fuß abzulatschen, am Ende nichts. Doch bevor ich wieder mit dem Overground zur Arbeit fuhr, ging es noch einmal zum polnischen Laden und ich nahm ein bisschen unfassbar super leckeren Süßkrams für die Arbeitskollegen mit, den ich auf der Arbeit auch direkt im Kühlschrank verstaute (und dessen Existenz mir erst am Montag danach eingefallen ist xD ). Im Gegensatz zu den anderen Tagen ging es heute von Liverpool Street mit der Central Line zum Oxford Circus, auf dem Weg von dort machte ich beim Post Office Halt und kaufte mir die noch fehlenden Briefmarken, die mittlerweile £1,05 kosteten und diese 55p hätten am Ende durchaus von Bedeutung werden können, da ich mittlerweile auf Sparkurs war, weil mir das Bargeld ausging und ich nicht erneut abheben wollte, die sechs Euro Gebühr war mir das nicht wert und die „Kreditkarte“ wollte nicht verwenden, da ich sie eigentlich zurückgeben wollte (was ich am Ende aus komplexen Umständen doch nicht gemacht hatte).
Auf der Arbeit war ich trotzdem vergleichsweise früh (oder alle anderen so spät), sodass ich erst die bereits geschriebenen Postkarten mit Briefmarken versah, einwerfen ging und mir auf dem Rückweg die fehlenden Postkarten kaufte, die ich im Laufe des Tages auch ausfüllte. Darüber hinaus verlegte ich die Upload-Methode für die Bilder, betrieb im Zusammenhang damit ein bisschen Refactoring und verbrachte den Arbeitstag sonst mit ein bisschen MacGyver. Bei der Mittagspause konnte ich mich lange nicht entscheiden, am Ende fiel die Wahl auf McDonald’s und ein gemeinsames Miteinander mit zwei anderen Kollegen, die im Meeting-Bereich am Essen waren. Nach ein paar weiteren Codezeilen packte ich langsam meine Sachen zusammen, wozu auch der Mac mini gehörte, da ich die Tage von zu Hause aus weiter an dem Projekt arbeiten soll und nach einem ziemlich schweren Abschied verließ ich gegen halb sechs das Büro zum letzten Mal.

Es ging dabei allerdings nicht nach Hause, sondern ins Natural History Museum, welches an diesem Tag lange geöffnet hatte und wo ich mich jemandem vom Stammtisch und ihrer Mitbewohnerin getroffen hatte. Das Museum begann mit Dinosauriern, wozu auch ein sich bewegliches Exemplar gehörte (für das Hochladen der Videodatei bin ich gerade zu faul, es sah aber echt realistisch aus und ein kleines Kind kehrte panisch zu ihren Eltern zurück 😀 ), und umfasste noch viele unterschiedliche Tiergattungen und Gesteine, zu denen auch ein Erdbeben-Simulator gehörte und durch welche uns die Mitbewohnerin führte, da sie dieses bereits kannte. Was die Themen anging, war das Museum jetzt nicht so ganz meins, aber die Gesellschaft bog das wieder gerade und im weiteren Verlauf wurde das ein gemütlicher Gang durch die Ausstellungshallen, den wir auch zum allgemeinen Quatschen und uns Unterhalten nutzten und was letztendlich ein weiterer sehr schöner Tagesabschluss geworden ist, der gegen 22 Uhr endete und auf dessen Heimweg ich noch eine Packung Schmelzkäse kaufte, damit ich die übriggebliebenen Toasts nicht ganz ohne irgendwas essen musste.

Tag 82 – Eine letzte, sonnige Runde durch London (Samstag, 30.04.)

Am Samstag verließ ich erst gegen zehn Uhr das Bett und hatte die Tage zuvor ein paar Leute dazu motiviert, an jenem Tag noch etwas unternehmen zu wollen, da der Sonntag bereits zum größten Teil verplant war und ich ein paar Leute insbesondere vom Stammtisch die letzten Wochen nicht mehr gesehen hatte. Nachdem ich also irgendwann meine ganzen Sachen soweit in den Koffer bekommen hatte, sodass außerhalb dessen nur noch das war, was absolut nötig war, einmal durch das Zimmer gesaugt und gewischt hatte und mir eine etwas übergroße Portion Nudeln mit dem Rest an Bolognese-Soße zum Brunch machte, ging es zur Notting Hill Gate Underground Station, wo wir uns erst gegen zwei, dann 14:15 und letztendlich gegen 14:30 getroffen hatten. Der Weg dorthin erwies sich noch als kleine Herausforderung, denn ich konnte meine Oyster Card nicht mit meiner EC-Karte aufladen, weil diese vom Automaten nicht akzeptiert wurde, weshalb ich sie zwangsweise mit Bargeld aufladen musste. Trotzdem all dem kam ich (ich!) als erster an der Underground Station an, was gar nicht so verkehrt war, denn ich hatte die drei anderen zwar alle auf dem Stammtisch kennengelernt, doch waren diese immer an genau den entgegengesetzten Tagen da, sodass sich keiner untereinander kannte oder gefunden hätte, was bei der Menschenmasse dort eh ein kleines Wunder war, dass wir uns fanden.

Nach einer kurzen Vorstellung machten wir uns aus der Menschenmasse rein in die Menschenmasse, nämlich auf den Portobello Road Market, der zu den Sachen gehörte, die ich noch nicht inbder Riesenstadt gesehen hatte. Dort gab es die Hummingbird Bakery, die von gewissen, teilweise sehr cupcakefanatischen Menschen so behimmelt wurde, dass ich mich letztendlich dazu entschied, zum Probieren einen in dem winzigen Laden zu kaufen. Diesen (von dem es kein Foto gibt 🙁 ) bezahlte ich ganz stolz mit der EC-Karte, denn ich musste das Bargeld hüten wo nur möglich. Das gute Stück konnte den Erwartungen ganz gut gerecht werden, was anderes hätte mich beim Preis von über drei Pfund aber auch enttäuscht. Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, wie süß der Cupcake war: Ich hatte anhand des Geruchs in dem Lokal schon einiges erwartet, aber die Süße überraschte mich dann doch ziemlich und sorgte dafür, dass ich doch sehr gerne einen Schluck getrunken hätte, was man(n) mir später dann auch anbot.
Die junge Dame aus dem Museum vom Vortag, die mir auch den Cupcake empfohlen hatte, hatte im weiteren Verlauf des Portobello Road Market einiges an Hunger gesammelt, da sie bis dahin weder zum Frühstück noch zum Mittagessen etwas gegessen hatte. So kaufte sie sich am Ende des Markets einen originalen Berliner Döner. Das Ding sah aus wie ein Döner, wenn auch in einer etwas komprimierten Form und offensichtlich schmeckte es auch so, für den Preis von £6, was rund acht Euro und damit zwei Dönern entspricht, fand sie die Speise dann aber doch nicht weiter der Rede wert, weshalb ich es hier auch dabei belasse.
Wie dem auch sei, war der Hunger gestillt und es ging vom Portobello Road Market auf zu Little Venice, was sich als Zusammenstellung von vielen Hausbooten herausstellte, die an dem Tag offensichtlich eine Art von Parade hatten, da die Boote besonders geschmückt waren im Gegensatz zu denen, die entlang des Kanalrands angedockt waren. Da ich vor ein paar Jahren bereits in Venedig war, hatte ich unter Little Venice eine kleine Form dessen erwartet, was man eben beim Original zu Gesicht bekam, aber nicht das.

Von Little Venice ging es nach etwas Orientierungs- und Ideenlosigkeit zum Hyde Park, wo wir dann noch einmal den sonnigen Tag in all seinen Zügen genossen. Da sich die Tretboote als doch ziemlich teuer herausstellten, beließen wir es bei einem (bezahlbaren) Eis und einem Krug Pimms, den wir unter uns aufteilten und der ziemlich lecker schmeckte, dessen Alkoholgehalt ich aber erst später wahrnahm 😀 Als die Sonne langsam unterging und es kälter wurde, verließen wir den Hyde Park und machten noch einen kleinen Abstecher zum Luxus-Einkaufsparadies Harrod’s, was ich damit dann auch mal gesehen und betreten hatte, was ich aber nicht sooo wirklich spektakulär fand, wie erwartet (vermutlich, weil ich die Art und Weise, wie Handtaschen und so Sachen in „gewöhnlichen“ Läden ausgestellt werden, schon dort übertrieben finde und mich mehr Übertreibung in der Richtung nicht überrascht). Gegen kurz vor 19 Uhr trennten sich dann bei Harrod’s unsere Wege, lediglich die Cupcake- und Museums-Dame begleitete mich noch ein Stück in der Piccadilly Line und verriet mir, dass sie vor vier Wochen meinen Post in der FB-Gruppe zum F1 Cinema in Weybridge interessant fand, woraufhin ich sie natürlich versuchte zu überreden, dass sie am Sonntag mitkommen solle…

Den Abend verbrachte ich dann zu Hause und wechselte ein paar Worte mit dem einen Mitbewohner, der da war und beim Snooker schauen auf der Couch eingeschlafen war. An den Tagen zuvor hatte ich einige Umzugskartons im Haus gesehen und ich war interessiert, was da organisiert wurde und ob sich das Pärchen zerstritten hatte, da ich die beiden schon seit Anfang der Woche nicht mehr gesehen hatte. Es stellte sich aber heraus, dass der alleine wohnende Mitbewohner zusammen mit mir zum 1. Mai die Wohnung verließ, damit die beiden ich Ruhe zu Ende renovieren konnten, was sie die letzten Tage mit dem Wände streichen im Flur bereits begonnen hatten.

Tag 83 – The End (Sonntag, 01.05.)

Sonntag war der letzte Tag in London und England und dieser Tag begann mit dem wach werden um halb neun, wonach ich mir die letzten Toasts zum Frühstück machte, mich zum letzten Mal fertig machte, den letzten Rest in den Koffer stopfte und diesen die Treppe runter schleppte. Anschließend verabschiedete ich mich noch von dem, der am gleichen Tag ebenfalls auszog und später noch Kisten schleppen durfte (wenn auch nur ein paar Straßen weiter und nicht ein paar hundert Kilometer) und machte mich auf den Weg zur Blackhorse Road Underground Station. Das Pärchen samt Vermieterin war zum Verabschieden dieses Wochenende nach Florenz ausgeflogen und auch wenn ich die Hintergründe dabei nicht kannte, sagte diese Tatsache doch einiges über das WG-Leben in den drei Monaten aus. Trotzdem blickte ich am Ende mit einem weinenden Auge in das wieder komplett leere Zimmer und zog den definitiv über 23 Kilogramm schweren Koffer bis in die ziemlich leere Victoria Line, die gleichzeitig auch die vorerst letzte Underground-Fahrt darstellte. Diese endete an der Victoria Underground Station, die ich bekanntlich ausreichend kannte, sodass ich mich mit dem Koffer zur Coach Station aufmachte, dort konnte man diesen gegen eine Gebühr von £7/24h da lassen. Es wäre zwar günstiger gewesen, am Ende noch einmal nach Hause zu fahren und den Koffer dort zu lassen, doch der zeitliche Vorteil war es mir wert. Auf dem Weg zur Coach Station traf ich zudem noch den morgendlichen FlixBus weg von London.

Den großen Ballast losgeworden hatte ich nun einiges an Zeit, denn ich traf mich mit einer anderen Bekanntschaft vom Stammtisch, die zum Abschied mit mir nach Weybridge mitkam, wo ich zum einen wieder das Formel 1-Rennen schauen wollte, zum andern dem Brooklands Museum und der dort stehenden Concorde einen Besuch abstatten wollte. Da sie am Morgen aber noch etwas bei Heathrow abholen musste, hatte ich genug Zeit und ging die Strecke von Victoria nach Vauxhall zu Fuß im wunderschönen warmen Sonnenschein, der viel angenehmer war, als ich endlich eine Hand hatte, um die ausgezogene Jacke zu tragen. An der Grosvenor Road angekommen schaute ich ein bisschen in der Karten-App, ob es einen Weg direkt an der Themse zur Brücke gäbe und blieb dementsprechend an der Kreuzung für ein paar Sekunden stehen. Eine etwas ältere Frau sprach mich daraufhin an, ob sie mir denn helfen könne, was ich sehr freundlich fand und das Verabschieden mit London gleich noch schwieriger machte.

Ein paar wenige Warteminuten später fand ich meine Gesellschaft für den Tag vor dem Bahnhof, wir kauften die Tickets (mit ihrer Kreditkarte aus oben beschriebenen Gründen und weil meine EC-Karte auch bei diesem Ticket-Automaten nicht akzeptiert wurde) und suchten das korrekte Gleis. Das war gar nicht so einfach, da der Zug aufgrund von Bauarbeiten nicht direkt in Weybridge hielt, sondern es für Teile der Strecke Bahnersatzverkehr gab. Ich hatte die Mitarbeiter gefragt, welchen Zug man nehmen müsse, es stellte sich aber heraus, dass es der in einer Minute war und die verehrte Dame wollte noch einen Kaffee, sodass wir den nächsten Zug selbst finden mussten, jedoch ohne große Probleme fanden und uns mit Zug und Bahnersatzverkehr, der einem Fernbus entsprach, auf den Weg nach Weybridge machten. Wie es der Zufall will, kamen wir genau vor der Einführungsrunde im F1 Cinema an, in welchem dieses Mal viel mehr Zuschauer saßen als beim Bahrain-Rennen. Trotzdem endete auch hier der Part mit Vettel dank Kvyat bereits in der ersten Runde, was bei dem Publikum der Mercedes-Benz World natürlich mit Jubel aufgenommen wurde.
Nach dem Rennen schauten wir uns noch ein wenig in der World selbst um und machten uns dann auf den Weg gegenüber ins Brooklands Museum. Der Eintritt in das Museum kostete insgesamt 15 Pfund pro Person, wovon 10 für das Museum selbst und 5 weitere für eine Führung durch die besagte Concorde waren, in beiden Fällen wurde meine supertolle EC-Karte wieder nicht akzeptiert. Das Museum war interessant aufgebaut und bot einiges an motorisierter Geschichte, die in den letzten Jahrzehnten in Weybridge und Umgebung entstand.

Ich persönlich hätte das Museum allerdings lieber mit einer Führung bestritten, die dort aber glaube ich gar nicht angeboten wurde, denn die meisten Objekte standen da so herum und man durfte sich selbst einen Reim dazu bilden. Anders sah das mit der Concorde aus, zu dessen letzter Führung des Tages wir es noch schafften und die sehr interessant gestaltet war: Der Guide erklärte zunächst einige allgemeine Fakten zu dem Flugzeug, zeigte anschließend die Radmechanik und einige Elemente unter dem Überschallflieger, bevor es am Ende dann in das Flugzeug selbst reinging. Dieser Teil bestand aus einem kleinen Stück Ausstellung, einem originalgetreuen Sitzbereich hinter Glaskästen sowie einem Sitzbereich, in dem ein kurzer Film zum Flug der Concorde gezeigt wurde und zu dem die Sitze passend vibrierten. Nach einem kurzen Einblick in das Cockpit, in welches man leider nicht durfte, endete die Führung auch und was mich faszinierte, war die Tatsache, dass ein Flug London-New York mit der Concorde in 3,5h erledigt war und ganz ehrlich: Ja, ich wäre mit dem Flieger gerne mal geflogen…

Nach der Concorde ging es noch in das London Bus Museum, in dem allerlei Busse aus Londons Vergangenheit herumstanden. Sehr interessant fand ich die Aufkleber, dass in bestimmten Zeiten nur höchstens fünf stehende Passagiere im Bus erlaubt waren. Auch der Einsteigebereich, der aufgrund der fehlenden digitalen Technik damals eher rudimentär gelöst war, ließ mich für kurze Zeit in die Vorstellung eintauchen, wie es in der Vergangenheit von statten ging.

Die Bus-Ausstellung hinter uns verließen wir das Museum, welches langsam auch alle Hallen schloss und machten uns wieder auf den Weg zurück nach London, wo wir gegen halb sieben ankamen und Steffi an Waterloo einsammelten. Von dort aus ging es noch ein letztes Mal am Big Ben entlang in Richtung Victoria, wo sich die Weybridge-Begleitung von uns trennte, weil sie noch im Haushalt einiges zu erledigen hatte und Steffi und meine Wenigkeit uns noch bei Wetherspoons mit einem Burger stärkten. Eigentlich hatte ich ja Lust auf Fish & Chips angemeldet, doch diese zu einem akzeptablen Preis in der Nähe zu finden war eher ein Kunststück, weshalb wir hier einen Kompromiss eingingen…

Gestärkt entdeckten wir noch einen direkteren Weg zur Coach Station, ich holte den Koffer ab und wir begaben uns zum Gate (natürlich das vorletzte, also am weitesten entfernte). Dort sollte eigentlich der FlixBus nach Hause stehen, welchen ich dem Flieger bevorzugt hatte, weil ich mir hier um mein Gepäck keine Sorgen machen musste, was das Gewicht betraf. Anschließend begann das Warten, denn obwohl wir für meine Verhältnisse relativ früh vor Abfahrt am Gate waren (ca. 6 Minuten), war der Bus noch nicht da und an dieser Situation änderte sich in den nächsten 50 Minuten auch nichts. Ein Bus der Bahn sorgte für ein bisschen Verunsicherung, aber eine Kooperation zwischen Bahn und FlixBus konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Leider wusste im Busbahnhof auch kaum jemand irgendwas und der Twitter-Support antwortete auf die Fragen ebenso nicht, bis irgendwann auf den Monitoren zumindest der Hinweis „Delayed“ auftauchte. Nach besagten 50 Minuten entdeckte ich zufällig (es war schon dunkel) in zweiter Reihe stehend einen grünen Seitenspiegel, der sich als der Bus nach Prag herausstellte, den ich aber nur bis in die Heimat nahm. Also verabschiedete ich mich von Steffi und stieg endlich in den Bus ein, der mit einer knappen Stunde Verspätung die Coach Station verließ und dessen WLAN natürlich nicht funktionierte – immerhin aber die Steckdosen, sodass ich da mein Handy aufladen konnte. Mit einigen offenen WLAN-Netzwerken entlang der Straßen Londons konnte ich noch meinen vorerst letzten Tweet aus der Weltmetropole abschicken, bevor ich nach dem Verlassen der Stadt bis zum Eurotunnel ein bisschen die Augen schloss und mich erholte.

Gegen 23 Uhr kamen wir bei der Eurotunnel-Zufahrt an, passierten die Ticket- und die erste (und auf dieser Seite einzige) Passkontrolle, die an einem Einkaufs- und Wartebereich andockte, von dem wir allerdings schnell wieder zurück in den Bus verjagt wurden, allerdings ohne genaue Informationen seitens der tschechischen Fahrer, die nur sehr gebrochen Deutsch sprachen. Ich hatte mich kurz vor dem Wiedereinstieg in den Bus bewusst zurück in den Wartebereich begeben, denn dort gab es WLAN und ich hatte bei der Zufahrt die Anzeigetafeln gesehen, wann die nächsten Züge abfuhren: 1:16, 2:46, 6:20. Doch wie die Fahrer es wollten, begaben wir uns wieder zum Bus zurück und fuhren in die Warteschlange zur Abfertigung, es war 23:35 und ich wollte raus, denn der Bus hatte im Inneren in etwa subtropische Verhältnisse und da wollte ich die nächsten anderthalb Stunden definitiv nicht verbringen (immerhin gab es in dieser Warteschlange WLAN). So ganz einfach konnte ich den Bus doch nicht verlassen, denn ich musste mich mit den Busfahrern noch darum streiten, die eigentlich keine Passagiere draußen haben wollten, es würde ja gleich losgehen. Das „gleich“ muss ich an dieser Stelle kurz erklären: Auf den digitalen Tafeln, die die Abfahrten anzeigten stand, dass die Abfertigung etwa 25 Minuten vor Abfahrt begann, sprich bei 1:16 um etwa 0:50. Gleichzeitig hatten wir ja die britisch-französische Grenze passiert, wenn auch nur rechtlich und nicht geographisch, sodass die Busfahrer die Annahme getätigt hatten, wir wären schon in der mitteleuropäischen Sommerzeit, hätten also schon 0:35 und die Abfertigung würde gleich beginnen. Irgendwann hatten die Busfahrer verstanden, dass es doch noch länger dauern würde und ich durfte raus, blieb aber zumindest vor der Tür stehen, während die Fahrer teilweise drinnen und draußen umherirrten, zeitweise auch die Tür geschlossen hatten, am Ende mich dann aber doch wieder reinließen 😀 Ich verbrachte die Zeit mit dem Beobachten der anderen Autofahrer, die ihren Motor laufen lassen und sich schlafen gelegt hatten und dem Versenden einiger Sprachnachrichten…
Die Zeit überbrückt freute ich mich dann doch wieder auf das Warme im Bus und war fasziniert davon, dass die Fahrer mit nur zwei Zügen in den Zug (höhö) reingefahren sind, denn das hatte ich denen nicht zugetraut. Im Zug schlief ich dann aber richtig ein und wachte erst in Brüssel wieder auf. Dort beobachtete ich die Busfahrer, gegenüber denen ich nach der Aktion am Eurotunnel ziemlich schlecht zu sprechen war, wie sie sich mindestens einmal verfuhren und zweimal über eine rote Ampel fuhren und beide Male sehr deutlich, man spürte, wie sie in letzter Sekunde abbremsten, aber merkten, dass sie es doch nicht schaffen und dann drüber rollten. Irgendwie schafften wir es nach Brüssel, was mich trotz des Reisefiebers so gar nicht reizte, tatsächlich auf die A2 in Richtung „Aken“, wo ich erstmal ein wenig gebraucht hatte, um zu verstehen, dass das Aachen bedeutet. Die anschließende Fahrt war relativ problemlos, bis wir uns dem Kölner Raum über die A4 näherten und erst einmal im Stau standen, am Ende waren die Fahrer am Bonner Verteilerkreis noch kurz davor, sich zu verfahren, ehe wir um halb neun morgens den Bonner „Busbahnhof“ erreichten. Die planmäßige Ankunft war um acht Uhr, was ich aufgrund der Stunde Verspätung in London und den anderthalb Stunden Warten am Eurotunnel sehr spannend fand, dass wir früher ankamen. In Bonn stieg ich als einziger aus und wurde, meinen Monsterkoffer wieder in Empfang nehmend, von einem sehr lieben Menschen empfangen, der mich vor der Arbeit noch überraschte… <3 [image id=1319]

The Real End?

Die ersten Tage zu Hause waren ziemlich schlimm. Ich hatte mich schon richtig an das WG-, bzw. faktisch an das Alleine-Leben gewöhnt und dann wieder zurückzukehren fand ich jetzt nicht sehr toll, außerdem trieb mich das WLAN in den puren Wahnsinn. Mittlerweile habe ich mich jetzt ein bisschen eingelebt, meine Frühstückstasse erinnert mich aber immer noch an die Underground und die Tatsache, dass ich die Monate Juni – August in Wien verbringen werde, spricht hier glaube ich Bände bezogen auf die Tatsache, ob ich mich gefreut habe, wieder zu Hause zu sein, insbesondere nach dieser tollen letzten Woche.

Ich meine, ich hatte irgendwann im Laufe der zwölf Wochen hier erwähnt, dass ich mich mit der Wahl für London und gegen Wien zu Beginn des Jahres echt schwer getan hatte und mich erst für London überzeugen lassen musste. Im Nachhinein betrachtet waren das aber die tollsten drei Monate meines Lebens und ich habe vielleicht bis auf ein paar Kleinigkeiten absolut nichts bereut, bin ein bisschen selbständiger geworden, insbesondere was den Haushalt angeht, und bin so an Reisefieber erkrankt, dass es zum einen nicht mehr feierlich ist und zum anderen die Reisen-Kategorie dieses Blogs in den kommenden Monaten definitiv nicht leer bleiben wird 😉

Last but not least sei mal ein Dank an alle erwähnt, die das hier zwar wahrscheinlich nie lesen werden, aber die drei Monate zu dem gemacht haben, was sie waren. Dies schließt Chris und alle Kollegen im Büro mit ein, genauso wie Anna, Astrid, Katrin, Florian, Lisa, Magda, Martin und all die anderen, die ich so am Stammtisch kennengelernt habe, Annika, Anthony, Elina und Markus, die entweder mich besucht haben oder mit denen ich an einem meiner Wochenendausflüge etwas unternommen habe, genauso wie Johanna, Michael, Steffi und Sina, aus Gründen und natürlich Dich, weil Du vielleicht die letzten drei Monate damit verbracht hast, Dir diesen Schmarn durchzulesen… 😀

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