Anschreiben, … angeschrieben werden …

Insbesondere in den Phasen, in denen man eh zu viel Zeit oder zu wenig zu tun hat, denkt man (na ja oder ich eben) über viel zu viele Dinge nach. Meist haben diese Dinge mit anderen Menschen zu tun, die man so kennt. Wie auch immer man darauf kommt, denkt man auf jeden Fall manchmal darüber nach, was man anderen bedeutet. Und auch was andere einem bedeuten. Messen lassen sich solche Dinge ja nicht (ich als Naturwissenschaftler musste das hier einwerfen), doch manchmal gibt es den ein oder anderen Faktor, der gewisse Rückschlüsse ermöglicht. Das naheliegendste ist hier der Umgang miteinander und zwischeneinander.

Bei „Internetmenschen“ besteht dieser Part hauptsächlich aus dem Geschriebenen. Was mir manchmal auffällt, ist, aus welcher Richtung das Geschriebene stammt. Verbunden mit der Überlegung: Wenn man selbst mit jemandem oft schreibt, dies aber immer aus der eigenen Richtung stammt, man selbst also der Anschreiber ist, ob einem diese Person dann mehr bedeutet, als anders herum? Interessante Feststellungen ergeben sich dann vielleicht, wenn man mal schweigt, um genau das festzustellen. Kommt dann von der anderen Seite was? Oder nur Schweigen?

Selbstverständlich, jeder Mensch ist ja einzigartig, lässt sich da nicht jeder über einen Kamm scheren. Nicht mit jedem schreibt man täglich oder regelmäßig, dies würde am Ende zeitlich gar nicht möglich sein. Nicht mit jedem versteht man sich so toll. Nicht mit jedem, mit dem man glaubt, sich toll zu verstehen, versteht man sich toll (doch dazu an anderer Stelle mehr). Nicht bei jedem denkt man darüber nach (resultierend aus einem der genannten Gründe). Nicht bei jedem würde das einen stören (verbunden damit, dass man diese Person dann so mag, dass man ihr das eben „verzeihen“ würde, bzw. eben nicht erst nachdenkt).

Doch, wenn man glaubt, sich gut zu verstehen, und verbunden mit Zufall und davon unabhängigen Geschehnissen selbst einmal schweigt und von der anderen Seite eben nichts kommt (sonst aber nichts vorgefallen ist), sollte man dann da viel rein interpretieren? Wenn man sonst nahezu täglich schreibt, ist das glaube ich eine menschliche Reaktion, darüber nachzudenken. Insbesondere bei Menschen, die eine gewisse „Omnipräsenz“ aufweisen.

Hm. Der Punkt, wo man auf die Meinungen anderer dazu hofft, wäre jetzt gekommen ^^ Was denkst Du darüber? Klar definiert sich das nicht in Zahlen, aber wenn Verhalten in gewisse Richtungen auffallen…?

5 Kommentare zu “Anschreiben, … angeschrieben werden …

  1. Ich denke, wenn sich eine Person nicht mehr meldet, möchte sie in Ruhe gelassen werden.
    Geht mir zumindest so. Und dann nervt es umso mehr, wenn man immer wieder Mails, SMS oder sonst
    was von dieser Person bekommt.
    Aber ich glaube nicht dass man unbedingt was falsch gemacht hat…mir ging das auch schon so,
    dass ich von jmd genervt war aber nicht wusste warum eigentlich.
    Am besten nicht zu viele Gedanken machen.
    Und die Person in Ruh lassen, bis sie sich vielleicht doch mal wieder meldet.

      1. Vielleicht weil man sich nicht traut es zu sagen, weil man denkt man verletzt die Person zu sehr damit. Schweigen ist zwar irgendwie nicht besser, aber hmm… Vielleicht hat die Person, weiß ja nicht ob du jmd bestimmtes meinst, gehofft dass du ihn/sie einfach „vergisst“ oder dir nichts weiter dabei denken würdest. :/
        Aber ich glaube immer noch, lieber „zurück ignorieren“ als sich immer wieder melden. Das kommt sonst irgendwie creepy. 😀

        1. Aber ist dieses plötzliches und kommentarlose Schweigen dann nicht verletzender als einem einfach die Wahrheit zu sagen? Vor allem, wenn er/sie hofft/möchte, dass man ihn/sie vergisst, warum zieht man das dann nicht komplett durch (also Freundschaft beenden auf FB, Entfolgen auf Twitter, etc.)? Weil irgendwie ist das dann inkonsequent…
          Das ist aber gar nicht so einfach, wenn einem diese Person dann doch was bedeutet, bzw. man diese ganz in Ordnung fand… 🙁

  2. Ich kenne Deine Gedanken sehr genau, mir geht es auch so. Nach langer Zeit, in der sich die Gewohnheit eingeschlichen hatte, daß immer ich überall hinfuhr, angerufen oder geschrieben habe beendete ich dieses Verhalten. Ich habe einfach mal mein Adressbuch durchgeflöht und gekuckt, wer von meinen vermeintlichen Freunden sich denn auch mal von alleine bei mir meldet. Das Ergebnis war erschreckend. Von knapp 100 sind 3 echte Freunde übrig geblieben. (Für die würde ich im Notfall aber auch Kopf und Kragen riskieren.) Der Rest rangiert heute unter „nützliche Bekannte“. Selbst in der eigenen Familie (Geschwister) waren alle so sehr mit sich selbst beschäftigt, daß der Kontakt ohne meine Initiative einfach abbrach, traurig.
    Unter diesen Umständen sollte man über den Wert eines Kontaktes und dessen eigene Einschätzung für sich selbst nochmal nachdenken. Freundschaft ist keine Einbahnstraße und der Kontaktwunsch sollte von beiden Seiten kommen und auch von beiden dementsprechend gepflegt werden. Alles andere endet schlimmsten Falls damit, daß man jemand anderem hinterher läuft – und Stalking ist strafbar.
    Hast Du nach einem Umzug einen Umzugskarton ein Jahr lang nicht geöffnet, weil Du den Inhalt weder gebraucht noch vermißt hast – schmeiß den Karton ungeöffnet weg. Der Inhalt ist überflüssig.
    Hat sich ein „Freund“ ein Jahr lang nicht gemeldet schmeiß ihn aus dem Adressbuch. Wer nicht mal 30 Sekunden für eine SMS übrig hat ist kein Freund, sondern Ballast.

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