Lernen fürs Leben?

Klausurphase – jedes Mal ein großer Stress für Schüler und Studenten. Wie oft hört man da, insbesondere bei fehlender Euphorie oder Motivation, hauptsächlich von Lehrern und Professoren den magischen, „pseudoaufbauenden“ Satz „Du lernst nicht für die Schule/Lehrer, sondern für’s Leben.“.

Tut man dies wirklich? Ich stehe dem skeptisch gegenüber. Wenn ich mich als Student daran erinnere, was ich in der Schule damals in Chemie zum Beispiel gelernt habe oder in Musik oder über die Französische Revolution und Napoleon in Geschichte – seien wir ehrlich, viel davon ist nicht hängengeblieben. Dies mag durchaus an meinem punktuellen Lernverhalten kurz vor der jeweilgen Klausur liegen (wobei ich dies erst im Studium wirklich regelmäßig praktiziere 😉 ), aber auch daran, dass die Inhalte in der Schule so breit gefächert sind, damit jeder darin vielleicht irgendwas findet, was ihm zusagt und vielleicht sogar Spaß macht.

Wahlfächer vor und mehr Freiheiten während der Oberstufe selbst bereiten dabei etwas auf das Studium oder eine Ausbildung vor, wo man sich selber um alles kümmern muss und lockern den Faden dabei für jeden auf, weil man eigene Schwerpunkte setzen und Interessen nachverfolgen kann. Dass am Ende niemand mit allem glücklich sein kann, ist eine logische Folgerung. Doch im Idealfall findet sich dabei am Ende vielleicht das eine Fach, welches einen besonders interessiert – bei mir Informatik.

Ich denke, dass die Schule da mehr einen psychologischen Aspekt hat. Klar ist Allgemeinwissen von Bedeutung, doch soll der Unterricht zwei Aufgaben erfüllen: Zum einen bei der späteren Berufsfindung helfen, eigene Interessen absuchen und inhaltlich auf feste Standbeine stellen. Zum anderen auch den Umgang mit Themen und Inhalten festigen, die für einen selbst nicht sonderlich spannend sind. Denn das Leben ist bekanntlich kein Zuckerschlecken und nicht alles verläuft wie im Himmel – perfekt. Und so lernt man am Ende in der Schule doch für’s Leben – nicht unbedingt Inhalte, aber vielleicht sein eigenes Ich.

Hast Du in der Schule für’s Leben gelernt? Oder tust du es aktuell? Was ist Deine Meinung dazu?

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