Das Tom Beck-Konzert beim Zeltfestival Ruhr (Nachtrag)

Für Chronologie-Fetischisten: Dieser Blogeintrag bezieht sich auf den August 2016 und wurde jetzt erst veröffentlicht, weil ich vorher nicht dazukam, ihn fertig zu schreiben – oder ihn überhaupt zu schreiben…

Als „kleiner Fan“ hab ich ja schon unterschiedliche Abenteuer auf mich genommen, um bei einem Tom Beck-Konzert dabei zu sein. Da war unter anderem die abenteuerliche Fahrt mit dem halbdefekten Auto von Bad Kissingen oder die Last-Minute-Mitfahrgelegenheit nach Leipzig. Geflogen bin ich zu einem solchen Konzert aber noch nie und genau dies war Anlass das nun zu ändern.

Der Hinweg

Denn eines der letztes Jahr rar gesäten Konzerte war am Freitag, den 26. August in Bochum auf dem Zeltfestival Ruhr, leider verbrachte ich den August bis auf die Gamescom-Zeit in Wien, sodass hier eine ordentliche Strecke zu überwinden war. Und da ich am Montag noch von Köln nach Wien gefahren bin, ausnahmsweise mit der Bahn wofür ich auch direkt bestraft wurde, es die Woche aber geplant war, dass ich in Wien noch arbeiten gehe, entschied ich mich schon im Voraus dazu, die Strecke zum Konzert in der Luft zurückzulegen. Dafür wählte ich wie schon ein paar Wochen zuvor AirBerlin aus, da die Flüge von und nach Wien allgemein teuer sind und es hier nur 105 Euro waren.

Der Flug an sich war vergleichsweise unspektakulär bis auf die einstündige Verspätung vielleicht, die sich mit dem unbegrenzten und kostenfreien WLAN am Wiener Flughafen problemlos überwinden ließ. Es gab sogar kostenlose Getränke und Sandwiches, was ich aber erst auf dem Rückflug verstanden hatte, da ich bis dahin noch nie in einer Flieger saß, wo diese Sachen umsonst waren und auf dem Hinflug darauf daher auch erstmal verzichtete.
Der Himmel war die ganze Zeit über klar und man hatte einen genialen Ausblick auf das Land unter einem und die Wiener Innenstadt – perfektes Flugwetter.

Nicht ganz so perfekt ging es weiter und daran war – wer hätte es kommen sehen – mal wieder die Deutsche Bahn Schuld: Der Plan war vom Düsseldorfer Flughafen-Bahnhof den RE zu nehmen, welcher direkt bis Bochum durchgefahren wäre. Der Plan endete allerdings schon in Duisburg am Hauptbahnhof, denn die Klimaanlage verrichtete in dem überfüllten Doppelstockzug nur sehr bedürftig ihren Dienst, gleichzeitig waren es draußen aber mindestens 35 Grad im Schatten bei strahlendem Sonnenschein. Nachdem wir ohne ersichtlichen Grund zehn Minuten am Flughafen-Bahnhof verbracht haben und uns tatsächlich dann irgendwann in Bewegung setzten, merkte ich den Schweiß an mir herunterfließen, ich hätte als Wasserspender durchgehen können.
Schnell kam ich zu der Erkenntnis, dass das bis Bochum nicht aushaltbar ist, also stieg ich in Duisburg aus und suchte mir einen Supermarkt, an dem ich etwas zu trinken erwerben konnte und hielt auf dem Weg beim Nordsee an, um mir etwas kleines zu Essen zu kaufen.

Gestärkt ging es weiter nach Bochum, jetzt dann aber in einer leeren und vor allem klimatisierten S-Bahn. Vom Hauptbahnhof gab es einen Shuttle-Bus direkt zum Zeltfestival, leider waren die Schließfächer voll, sodass ich meine Tasche mit aufs Konzert nehmen musste und nicht am Bahnhof lassen konnte. Etwa 20 Minuten später hielt der Bus am Festival.

Zeltfestival & Konzert

Nach der kurzen Ticketkontrolle wurde man auf dem Festivalgelände von einigen Tippi-ähnlichen Zelten begrüßt, insgesamt war die Stimmung entspannt und angenehm: Es gab einige Stände draußen mit allerlei Krimskrams, ein paar Essens- und Getränkestände und einen (leider) vollen Liegebereich mit aufgeschüttetem Strand und passenden Liegen. Die Besucher selbst waren zum größten Teil Familien, würde ich tatsächlich behaupten. Nach einer kühlen Cola zur Erfrischung ging es für mich dann aus Zeitgründen schon zu einem der drei Konzertzelte, wo jenes gleich beginnen würde. Die Schlange dahin war länger als erwartet und endete vor einer Taschenkontrolle, die ich bei den Temperaturen einfach nur gegen jegliche Form von Menschenrechten empfand: Es war nämlich nicht erlaubt Flaschen mit in das Zelt zu nehmen. Und zwar egal was für Flaschen. Bei Glasflaschen und auch bei härteren Plastikflaschen kann ich das noch verstehen, aber bei einer kleinen dünnen 0,5l-Wasserflasche fand ich das einfach nur abartig.
Zumal es dabei gar nicht um die Sicherheit ging, denn im Zelt selbst gab es noch mal einen separaten Getränkeverkauf (der teurer war als draußen). Hier bekam man die Getränke zwar in den 0,5l-Plastikflaschen – aber ohne Deckel. Und eine offene Flasche in der Hand halten während eines Konzertes ist etwa so vertretbar und sinnvoll, wie eine SMS schreiben während der Autobahnfahrt. Nichts trinken während eines 2 1/2 Stunden-Konzerts bei gefühlten 40-45 Grad ohne jeglichen Ansatz von Wind ist aber fast Selbstmord.

Nun ja, hat man aus dieser kapitalistisch-organisatorischen Katastrophe das beste gemacht, konnte man sich dem eigentlichen widmen – dem Konzert. Jenes begann um 20 Uhr im mittlerweile immerhin halb vollen Zelt (ich schätze mal es waren um die 250-300 Leute da, wenn es hoch kommt) und dauerte zweieinhalb Stunden – im Gegensatz zu Bad Kissingen ohne Pause 😀 Die Songauswahl bestand zum größten Teil aus den üblichen Verdächtigen der ersten beiden englischen Alben und der Hälfte des dritten und deutschen Albums. Besonders im Kopf blieb dabei außerdem das Medley von Songs aus den 90ern sowie zwei komplett neue Lieder, Wie jetzt genau und als finale Zugabe die wunderschöne Ballade Alles was ich will:

Der Rückweg

Das Konzert endete genau 22:30, was an sich aufgrund der Zugabe toll war, aber dafür sorgte, dass es keine Chance mehr gab, den halbstündig fahrenden Shuttle-Bus um 22:30 zu bekommen, was eine halbe Stunde Warten auf den nächsten bedeutete. Anschließend ging es mit den Regionalzügen von Bochum in die Nähe von Mönchengladbach, denn ich hatte leider über Couchsurfing und nicht mal über AirBnb eine wirkliche Unterkunft gefunden, zum Glück hatte ich mit Spatz aber auf der Gamescom eine Woche vorher aber einen lieben Menschen kennengelernt, bei dem ich die Nacht bleiben durfte, ohne nach Bonn fahren zu müssen, wo ich wohl erst um 3 Uhr nachts gewesen wäre. Letztendlich war ich bei ihr auch nicht viel früher, aber zum einen glaube ich kurz nach eins nachts tatsächlich Hardi (ehem. Mitglied von PietSmiet) oder eine zum Verwechseln ähnliche Person im Zug getroffen zu haben und zum anderen hatte ich am nächsten Morgen einen deutlich kürzeren Anfahrtsweg zum Düsseldorfer Flughafen. Der über Köln führende Weg mit der – dieses Mal pünktlichen – Bahn sorgte für ein Treffen mit einer Horde friedlicher Dortmund-Fans, die gerade den RE belagern mussten, den auch ich vom Kölner Hbf nahm, womit eine etwas anstrengende Hinfahrt garantiert war.

Anstrengender als das war aber doch der Rückflug, bzw. das Warten auf jenen, weil es war AirBerlin und natürlich hatte dieser wieder Verspätung. Das finde ich bis heute echt traurig, weil ich bis zu meinen AirBerlin-Flügen noch nie Verspätung auf einem Flug hatte und bei denen war es damals (2016) bei vier Flügen zweimal der Fall. Blöderweise hat der Düsseldorfer Flughafen, wir sind ja in Deutschland und Internet ist für uns noch Neuland, kein unbegrenztes kostenloses WLAN, sodass man sich die Stunde anderweitig vertreiben musste, ehe ich nach Flug, S-Bahn, U-Bahn und Bim gegen 15 Uhr wieder in meiner Wohnung in Wien ankam – und gleich von meiner Mitbewohnerin empfangen wurde mit der Frage, ob ich jetzt wirklich für einen Tag nach Düsseldorf geflogen bin… 😀

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