Der Alarm für Cobra 11-Fan Day

Am Sonntag, den 8. Oktober fand in Hürth bei action-concept der „Alarm für Cobra 11 – Fan Day“ statt. Die Teilnahme war auf 100 Personen plus Begleitung begrenzt und eine Eintrittskarte bekam man über die Teilnahme an einem RTL-Gewinnspiel. Ich selbst hatte an dem Gewinnspiel nicht teilgenommen, aber Anna, und ein paar ganz ganz liebe Nachrichten später konnte es am Sonntag Morgen um 5:30 von Lübeck aus nach Köln losgehen. Wir hatten zwei Mitfahrer dabei, die wir beide um halb sechs in Lübeck einsammelten, da die Fahrt über die totleere A1 ansonsten aber relativ unspektakulär war, springe ich gleich mal zum Einlass auf das Gelände von action-concept. Mit all dem Puffer kamen wir eine Stunde zu früh an, waren aber bei weitem nicht die ersten, die am Eingangstor warteten, ehe es um 12 Uhr losging. Nach einer kurzen Personenkontrolle, sodass nur die Gewinner wirklich dabei waren und der Ausgabe eines kleinen Beutels und eines VIP-Bändchens gab es einen kleinen roten Teppich mit Pressewand und seeeeeehr begeistert tuenden Fotografen, die von allen Teilnehmern zunächst ein Foto machten. Anschließend dauerte es noch eine halbe Stunde, ehe auf der Bühne ein „offizielles“ Willkommen stattfand, sodass wir uns auf dem Gelände umschauen konnten.

Autogrammstunde

Das Bühnenprogramm diente zur Begrüßung der Schauspieler und anders herum der Fans. Zu Gast waren alle sieben Hauptfiguren der aktuellen Staffeln: Neben Erdogan Atalay (Semir) und Daniel Roesner (Paul) gehörten dazu Katrin Heß (Jenny), Lion Wasczyk (Finn), Katja Woywood („die Chefin“), Daniela Wutte (Susanne) und Niels Kurvin (Hartmut). Insgesamt war ich tatsächlich positiv überrascht, ich hatte höchstens mit den drei bis fünf Schauspielern gerechnet. Nachdem auf der Bühne ein paar vorher aus dem Publikum gesammelte Fragen beantwortet wurden und der Moderator einige der Akteure mit skurilen Suchvorschlägen konfrontierte, die beim Googlen nach der Person auftauchten, erklärte er kurz das Programm und noch ehe alle die Bühne verlassen konnten, bildete sich schon eine erste Schlange vor dem Ort, der gleich als Autogrammstunde fungieren würde. Während ich allein erst die erste Meute abgewartet hätte, schlug Anna vor, sich direkt anzustellen, was offenbar der bessere Weg war: Denn während die Nachbarhalle der Serien-KTU, die beide eigentlich eine Werkstatt sind, aufging und die ersten Autogramme verteilt wurden, erreichte die Schlange eine immense Länge und schon bei uns wurden die Schauspieler darum gebeten, keine großen Gespräche mit den Fans zu führen. Es ist bewundernswert, wie dies nahezu alle ignorierten, sodass wir mit jedem ein kurzes meist interessantes Pläuschlein führen konnten 😀

Neben Autogrammen machten wir auch fleißig Fotos, die Anna so ein bisschen auf die Palme brachten, denn da ich nicht mehr mit dem Lumia 950 unterwegs bin, hatte ich eine kleine Digitalkamera dabei, die aber schon ein paar Jährchen auf dem Schirm hat (aber trotzdem noch einwandfrei funktioniert, dauert halt nur ein bisschen ^^). Während sich Anna des Öfteren über meine technische Ausstattung beklagte (ich bin nicht so der Selfie-Mensch), versuchte mir Lion sogar zu erklären, dass es mittlerweile Smartphones mit Kamera geben würde. Immerhin Katja konnte für die Kamera ein paar gute Worte finden…

Der „Magic Room“

Nachdem wir einmal durch waren, was ohne Wartezeit in der Schlange eine halbe Stunde dauerte, machten wir uns auf den Weg in den „Magic Room“. Dieser Raum war auf dem Programmplan explizit aufgeführt und es fanden drei Vorstellungen statt, bei denen ein Mitarbeiter der Post-Production einige Einblicke in genau diesen Teil der Produktion einer Folge gab. Der Hauptfokus lag hierbei bei der Nachbearbeitung, beziehungsweise genauer gesagt bei all den Szenen, die vor Greenscreen gedreht oder auf irgendeine Art und Weise geschummelt waren. Da gab es den Motorradfahrer, der über eine Rampe von einem Hochhausdach aufs andere sprang, wo in echt zwischen beiden Häusern eine Brücke ist, Szenen aus Hotels, bei denen man im Fensterhintergrund die Skyline von New York gesehen hat, die aber nur am Computer nachträglich hinzugefügt wurde oder auch die Explosion direkt unter einem fliegenden Helikopter passierte und bei den Aufnahmen zweimal auf Band landete – einmal Kamerafahrt mit Explosion und einmal Kamerafahrt mit Helikopter – und erst in der Nachbearbeitung den Weg zueinander fand. Gezeigt wurde auch eine Szene, bei der ein quer stehender LKW die römisch angehauchten Säulen eines Bank-Gebäudes zerstörte, die in echt gar nicht existierten, beziehungsweise deutlich weiter weg von der Straße waren.

Bei dieser Szene bin ich deshalb hängen geblieben, weil ich bei den Drehaufnahmen dazu im Jahr 2014 vor Ort war und mich noch dran erinnere, wie der quer gestellte LKW durch die Kölner Innenstadt gefahren ist – mit dem Dienstwagen der beiden Polizisten unter dem LKW fahrend. Bereits da hatten mich die unterschiedlichen Aufnahmen, wie das Auto unter dem LKW durchkommt, fasziniert und es war interessant zu sehen, wie diese Szene dann am Ende in die Folge hineinkam. Nachfolgend gibt es meine Aufnahmen vom Dreh und auf TVnow gibt es die gesamte Folge zu sehen (Szene mit dem LKW ab Minute 82/Kapitel 4, Minute 4).

Das Außengelände

Während sich die Autogrammstunde und die rund 20-minütige Vorführung von selbst erklärten, gab es darüber hinaus noch das breite Außengelände. Dieses verband nicht nur die genannten Elemente miteinander und bot einen Stehplatz für die Food-Trucks, denn die Verpflegung bei dem Event war inklusive und so gab es Waffeln, fritz!cola, Burger und Salat/Süßkartoffelpommes. Sondern das Gelände diente auch als riesiger Parkplatz für in der Serie vorgekommene Autos, die hier ausgestellt waren. Es waren dabei alle Zustände dabei, von Fast-Neuwagen über leicht demolierte Fahrzeuge, seitlich aufgeschnittene und zugeklebte Cabrio-Krankenwagen bishin zu einen Opel-Transporter und einem Mustang, von denen nicht mehr als ein Blechhaufen übrig geblieben ist.

Es gab auch einige Fotostationen mit aufeinander gestappelten Autos, den Kamerawagen oder einem Auto, welches sich in einem Ring befand und so 360 Grad-Überschläge machen konnte. Doch insgesamt vermisste ich hier ein wenig das Konzept, was man mit weiteren Informationen oder interessante Insider-Geschichten hätte besser gestalten können. Da aber auf dem Außengelände kaum jemand aufzufinden war, den man zum Beispiel hätte fragen können, wieso der Krankenwagen doppelt und zweigeteilt vorhanden war oder auch wieso es zwei Limousinen gab, die beide Schäden davon getragen hatte und viel mehr, ging hier meiner Meinung nach viel Potential verloren.

Die Stuntshow

Auf einem rund 100 Meter langen Autobahnteilstück auf dem Außengelände fand gegen Ende des vierstündigen Events noch eine Stunttechnik-Vorführung statt. Hierbei hatten die Stuntleute eine kurze Actionszene zwischen Verbrecher und Polizei vorbereitet, die eine Schießerei mit zerspringenden Scheiben, Explosionen und durch Glasscheiben fallende Personen beinhaltete. Die Szene war zwar interessant gemacht, auch hier hätte man das „hinter den Kulissen“ aber noch mit einem kurzen Programm vertiefen können, finde ich. Abgeschlossen wurden die Show und der Tag durch einen Stunt, bei dem ein präpariertes Auto mit Anlauf auf dem Dach landete und explodierte – glücklicherweise ist dem Fahrer nichts passiert.

Insgesamt war der „Alarm für Cobra 11-Fan Day“ trotz der langen An- und Rückfahrt am gleichen Tag eine Veranstaltung, die einen kleinen Blick hinter die Kulissen bieten konnte. Am meisten hängen blieb natürlich die Autogrammstunde, bei der man einen kurzen Eindruck von den Schauspielern abseits ihrer Rollen bekommen konnte und bei dem der oder die mehr oder weniger sympathisch daher kam. Auch das markante Autobahnpolizei-Gebäude, welches man leider nicht betreten konnte vermutlich, weil das Set irgendwo anders ist, war ein Augenfänger und blieb im Kopf. Drum herum fehlte abseits von Magic Room und Stuntshow ein wenig das Konzept hinter dem Tag. Dies beinhaltete die Organisatorik der Autogrammstunde, wo zwei Stunden für 200 Leute eindeutig zu wenig sind, aber insbesondere auch die fehlenden Anekdoten auf dem Außengelände abseits der Hauptattraktionen des Programms, die das Drumherum zu einem eher tristen Warten auf die Hauptprogrammpunkte machte und nicht zu einer Attraktion für sich.
Fairerweise muss man hier anmerken, dass das meines Wissens nach die erste Veranstaltung dieser Art war. Ich wünsche mir, dass man möglichst Feedback sammelt und dies in künftige solche Veranstaltungen einfließen lässt.

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