Stefan Raab Live: Das unorganisierte Musical

Vor rund einem Jahr hatte Stefan Raab sein Live-Comeback mit zunächst nur einer und am Ende gleich drei Bühnenshows in der LANXESS Arena in Köln angekündigt. Da seine letzte Show jetzt bereits drei Jahre her ist und ich Stefan endlich mal live erleben wollte, hatte ich mir bereits weit im Voraus ein Ticket für die zweite Show ergattern können, zu der es gestern Abend ins Kölner Zentrum ging. Das ganze fing schon chaotisch an, denn nachdem Abgeben der Parkkarte am Köln Bonner Flughafen hatte ich nicht mehr so viel Zeit, musste aber noch etwas essen, sodass ich mein Auto, welches ich nicht direkt bei der Arena parken wollte, an irgendeiner zufälligen U-Bahn-Haltestelle der KVB stehen ließ.

Was auf der Bühne geschah…

Am Ende war ich aber doch pünktlich da und die kurze Einlasskontrolle später auch an meinem Platz, sodass es losgehen konnte. Ich hatte mich von den Berichten der ersten Show nicht spoilern lassen und hatte dementsprechend auch keine konkreten Erwartungen an das Programm, was auf der Bühne geplant war. Begonnen wurde mit einem Herren mit Raab-Outfit und einem Riesen-Gummikopf, der dem Raab-Charakter aus den Konsolenspielen zu Schlag den Raab nachempfunden war. Einige Späße später zog er den Kopf aus, stellte sich als echter Stefan heraus und startete die Show zum ersten Mal mit Wadde Hadde Dudde Da. Anschließend suchte sich Stefan mit einem Segway aus dem Publikum jemanden, der für den TV total-Beginn die Ansage machen sollte und die Show startete gleich zum zweiten Mal.

Stefan Raab singt "Maschendrahtzaun"

Der Rest der insgesamt zweieinhalb Stunden ist schnell erzählt: Stefan gab sich musikalisch zum besten mit allerlei Liedern der vergangenen Tage, darunter Ävver et Hätz bliev he en Kölle, Hier kommt die Maus, Wir kiffen oder Maschendrahtzaun. Zusammen mit Bastian Pastewka als Ottmar Zittlau und Teddy Teclebrhan gab es auch eine Neuauflage von Alle drei zusammen sowie eine Musical-Andeutung, zwischendurch sang zudem Stefanie Heinzmann ein Lied, verschwand danach aber wieder neben der Bühne. Zusammen mit Herbert Grönemeyer gab es dann noch ein Duett von Mensch und Männer., Außerdem hat Stefan die Idee der falsch zugeordneten Zitate aus den Känguru-Chroniken ins musikalische übertragen und zu mehreren Bruno Mars-Songs Texte von Helene Fischer und Herbert Grönemeyer beigetragen. Den krönenden Abschluss gab es mit der deutschen Nationalhymne a la Stefan Raab, also Ich liebe Deutsche Land.

… und wie es mir gefiel

Am Tag danach warf ich vor diesem Blogeintrag einen Blick auf die Zusammenfassungen der ersten Show, die sich in erster Linie wohl durch die Gäste unterschied: So war Elton dabei und statt Herbert Grönemeyer fanden die Toten Hosen („Aber die sind heute nicht dabei.“) und Sido den Weg auf die Bühne, dafür fehlten Teddy und Bastian Pastewka.

Stefan zusammen mit Herbert Grönemeyer

Zusammengefasst bat die Show aus meinen Augen nicht viel neues – doch das musste sie auch nicht. Auch wenn sich manche Witze ein wenig in die Länge gezogen haben und ich insgesamt etwas mehr Show und weniger Musik erwartet hatte, fühlte ich mich gut unterhalten. Das fühlte ich mich bei Sendungen von Stefan Raab aber eigentlich immer, weshalb ich hier nicht enttäuscht wurde. Gelegentlich fand man auch ein Konzept in der Show, so sollte Valentina, die die TV total-Ansage zu Beginn machen sollte, zunächst ein wenig ihre Stimme mit Übungen aufwärmen. Dazu gehörten Worte wie „Banane“, die Stefan am Ende noch in eine Version von Aber bitte mit Sahne einbaute.

Gleichzeitig zeigte mir die Show das Gefühl der letzten Jahre, dass mir Stefan im deutschen Fernsehen seit 2015 doch sehr fehlt und ich sehr froh darüber war, ihn mal wieder in Aktion zu sehen und das sogar live. Gleichzeitig merkte man ihm auf der Bühne an, wie wohl er sich da oben fühlte, wie viel Spaß es ihm machte und wie sehr er es vermisst hat, auf der Bühne zu stehen.

Insgesamt kann ich die Show (für den dritten Termin am 8. Dezember gibt es noch Karten) für eingefleischte Stefan Raab-Fans und die, die ihn sehnlichst im Fernsehen vermissen wärmstens empfehlen. Die, die den „sensational super sack of German television“ nur gelegentlich verfolgt haben, müssen abwägen, ob es ihnen den Preis von 49 bis 91 Euro wert ist…

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