BlackBerry PlayBook: Mein Fazit

Nun ist es bereits über zwei Monate her, dass ich das PlayBook ausgepackt und konfiguriert habe, weshalb ich ein kleines Fazit abgeben möchte mit Dingen, die mir gefallen und Dingen, die mir nicht gefallen.
Als erstes muss ich aber sagen, dass ich Einstellung der Entwicklung neuer Netbooks sehr schade finde, weil bspw. mein Eee PC mit einem DualCore-Prozessor und FullHD-Bildschirm sowie einem besseren Akku doch technisch möglich wäre und preislich unter Ultrabooks und MacBooks liegen müsste. Hauptvorteil dieser Geräte gegenüber einem Tablet ist die Tatsache, dass darauf ein „echtes“ Betriebssystem läuft, mit dem du alles machen kannst, nicht wie bei iOS, Android oder Windows 8 RT.

Nun zum Tablet an sich. Von der Hardware ist es gelungen, an die Performance-Grenzen kommt das Gerät nur selten (u.a. auf bestimmten Strecken in GT Racing – Motor Academy). Die Auflösung ist nicht zu hoch, das Gewicht geht auch noch in Ordnung. Ganz besonders gefällt mir die BlackBerry-typische Benachrichtigungs-LED, die sich von Entwicklern in diversen Farben nutzen lässt. Sie blinkt zum Beispiel rot, wenn eine neue E-Mail da ist, oder weiß, wenn der Twitter-Client Blaq erfährt, dass ich einen neuen Reply oder eine Nachricht habe.
Die Lautsprecher sind vorne an den Rändern des PlayBooks gut positioniert und werden kaum verdeckt und allgemein erscheint das Tablet sehr stabil.

Allerdings hat das PlayBook seine Schwachstellen, die mir aufgefallen sind. Zum einen ist es die Helligkeitsregulierung, die meiner Ansicht nach selbst in der niedrigsten Stufe noch zu hell ist, aber das finde ich bei vielen Geräten ein Problem. Auch die Anschlüsse sind nicht gut gelungen, denn während der Kopfhörer-Eingang oben ist, sind HDMI und USB unten. Gleichzeitig aufladen und über Kopfhörer hören geht im Bett nicht wirklich. Und Aufladen muss man relativ oft, denn der Akku scheint verhältnismäßig schnell zu Neige zu gehen. Das Tablet scheint sich jedoch nicht wirklich, oder nur sehr langsam aufzuladen, wenn es gleichzeitig weiter genutzt wird.
Zuletzt bleiben Fingerabdrücke gut sichtbar auf dem Display, weshalb öfters mit einem Tuch über das Display gegangen werden muss – eine Sache, die mir auch schon beim Dev Alpha aufgefallen ist.

Bei der Software ist das vorinstallierte gut gelungen, bis auf das wichtigste. BlackBerry hat(te) ja bei mir das Image, für Business-Kunden zu sein. Wieso ist es dann nicht möglich, in der Nachrichten-App auf die IMAP-Ordner zuzugreifen?
Einige Bugs beinhaltet auch die Facebook-App, so werden Avatare nicht geladen und die Online-Liste im Chat-Modus aktualisiert sich nur sporadisch. Einen Twitter-Client gibt es ja nicht, und die YouTube-App ist sehr einseitig und ohne Interaktion. Man kann Videos schauen (bis in 1080p, geht einwandfrei), suchen, sich anmelden und Daumen vergeben. Man kann sogar auf die ersten zwei Zeilen von Kommentaren zugreifen und „Ähnliche Videos“ direkt aufrufen. Aber wieso kann man nicht kommentieren? Auf sein Postfach zugreifen? Die ganzen Kommentare lesen und antworten? Auf Links in der Videobeschreibung klicken? Menschen privat anschreiben?

Die fehlende Unterstützung von Ad hoc-WLAN-Netzwerken wird durch die Bluetooth-Modem-Funktion kompensiert, aber wieso es nicht möglich ist, über Bluetooth Dateien zu verschicken oder zu empfangen, bleibt mir ebenfalls ein Rätsel.

Also zusammenfassend ein durchwachsener Eindruck. Eine gut gedachte Benutzeroberfläche, die in BlackBerry 10 natürlich weiter vollendet wird mit einigen Apps, bei denen Must-Have-Funktionen aus unerklärlichen Gründen einfach fehlen. Das BlackBerry 10-Update, welches wahrscheinlich im 2. Quartal zu erwarten ist, kann die Software-Dinge womöglich beheben und auch das App-Angebot verbessern…

3 Kommentare zu “BlackBerry PlayBook: Mein Fazit

  1. Interessant. Das Gerät scheint durchaus Potenzial zu haben, aber retten wird es BB wohl nicht… :s
    Das mit den Fingerabdrücken hast du doch überall? Also beim iphone hast noch eine Beschichtung aber kann mir kaum vorstellen, dass die so viel bringt…

  2. Also ich nutze das PB nun seit 1,5 Jahren. Einerseits dienstlich um mit dem BlackBerry verbunden zu werden, aber auch um zu surfen auf der Couch was dank HTML5 und Flash sehr gut geht. Aber auch die HDMI Möglichkeit nutze ich oft. Die 7″ sind die richtige Größe für ein Tablet.

    1. Das finde ich auch. Ich habe ein 10 Zoll Netbook und das als Tablet wäre mir einfach zu groß. Ich nutze das PlayBook mittlerweile eigentlich fast nur noch für YouTube, aber das wird sich mit BlackBerry 10 mit Sicherheit ändern 🙂

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